Frank Schirrmacher

Radikaler Gestalter von Debatten: Zum Tod von Frank Schirrmacher

Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels:

12.06.2014 Pressemeldung Börsenverein des Deutschen Buchhandels

"Mit Dr. Frank Schirrmacher verlieren wir heute einen der bedeutendsten Journalisten Deutschlands. In seinen Artikeln, Essays und Büchern zeigte sich der Mitherausgeber und Feuilletonchef der FAZ als unermüdlicher und stets hellwacher Seismograph der gesellschaftlichen Entwicklung. Frank Schirrmacher war Auslöser und radikaler Gestalter internationaler Debatten. Als Mitglied des Think Tanks "The Edge" diskutierte er Aspekte der Digitalisierung, bevor sie in Deutschland Öffentlichkeit fanden. So ist es ihm maßgeblich zu verdanken, dass Themen wie Big Data und Demographie, der Überwachungs-Staat und die Algorithmen-Kritik ein öffentliches Forum fanden und auf breiter gesellschaftlicher Basis diskutiert werden. Zuletzt stieß Schirrmacher mit Beiträgen im FAZ-Feuilleton eine Debatte um die Monopolmacht von großen Internetkonzernen an. Ihn beschäftigten dabei die Selbstbestimmung des Individuums und die Freiheit des Menschen. Sein Plädoyer für die Autonomie des Einzelnen von der Maschine war ein zutiefst humanistisches Anliegen. Einen seiner letzten Artikel schrieb Schirrmacher über den diesjährigen Träger des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels, Jaron Lanier.

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat Frank Schirrmacher 2012 für sein vielfältiges Engagement für das Buch und seinen Einsatz für die Vielfalt von Kultur und Literatur als "Förderer des Buches" ausgezeichnet. Die Laudatio ist hier nachzulesen. Bei der Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels an Martin Walser 1998 hielt Schirrmacher die Laudatio."


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