Ahnen: Erste Ergebnisse von VERA 2005

„Die Vergleichsarbeiten (VERA) sind ein fester Bestandteil der Qualitätsentwicklung in den Grundschulen geworden.“ Das unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen heute anlässlich der Veröffentlichung der ersten Ergebnisse von VERA 2005. Erfreulich sei für die Schulen – und insbesondere die Lehrerinnen und Lehrer, dass gegenüber dem Durchgang des Jahres 2004 in drei von vier getesteten Bereichen Verbesserungen der Leistungen in den rheinland-pfälzischen Grundschulen zu verzeichnen seien. Dies gelte für Arithmetik, Sachrechnen und Lesen. Im mathematischen Teilbereich Geometrie sei das aktuelle Ergebnis etwas schlechter.

19.12.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Am VERA-Zyklus 2005 hatten im September rund 41.300 Viertklässlerinnen und Viertklässler in Rheinland-Pfalz sowie Grundschülerinnen und Grundschüler in sechs weiteren Bundesländern (Berlin, Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein) teilgenommen. Dabei wurden neben dem „Leseverständnis“ für das Fach Deutsch die Kompetenzen in den Bereichen Arithmetik, Geometrie und Sachrechnen für das Fach Mathematik überprüft. „Mittlerweile sind auch weitere Bundesländer an Lernstandserhebungen nach diesem an der Universität Landau entwickelten Konzept interessiert“, sagte Doris Ahnen.

Mit den jetzt vorliegenden ersten Auswertungen könnten die Schulen die Ergebnisse auf Landesebene mit den eigenen internen Ergebnissen auf Schul- beziehungsweise auf Klassenebene vergleichen. Für die untersuchten Teilbereiche der Fächer werde dabei nach drei Fähigkeitsniveaus unterschieden: grundlegende Fähigkeiten – erweiterte Fähigkeiten – fortgeschrittene Fähigkeiten. Weiter erhielten die Schulen Angaben auf Landesebene zu Fehlerhäufigkeiten, Diagnosegenauigkeit und Lösungshäufigkeiten, die sie mit den bereits bekannten schulinternen Ergebnissen in Beziehung setzen könnten, sowie Daten, die ihnen den so genannten „fairen Vergleich“ mit anderen Schulen erlaubten, die ähnliche Rahmenbedingungen haben.

„Die vorliegenden ersten Ergebnisse auf Landesebene zeigen, dass der Anteil der Grundschülerinnen und -schüler, die mit hinreichender Sicherheit Aufgaben des mittleren und des oberen Fähigkeitsniveaus im Lesen und im stark auf der Lesekompetenz basierenden Sachrechnen lösen können, gestiegen ist“, unterstrich die Ministerin. Diese beiden Fähigkeitsniveaus halten die für VERA verantwortlichen Wissenschaftler für wünschenswert. Im Bereich Lesen lag der Anteil der rheinlandpfälzischen Grundschülerinnen und Grundschüler in diesen beiden Niveaustufen im Jahr 2005 bei 65,8 Prozent. 2004 – im ersten Jahr der Lesekompetenztestung – hatte der Wert bei 62,6 Prozent gelegen. Im Sachrechnen lag der Anteil der beiden Fähigkeitsniveaus im jetzigen VERA-Durchgang bei 62,1 Prozent, nachdem er im Jahr 2004 bei 58,4 Prozent gelegen hatte. „Der eingeschlagene Weg der individuellen Förderung mit einem Schwerpunkt bei der Lesekompetenzförderung, den die meisten Grundschulen in ihren seit 2003 verbindlichen schuleigenen Qualitätsprogrammen als Schwerpunkt verankert haben, weist in die richtige Richtung“, sagte Doris Ahnen.

Besonders günstige Werte auf den beiden oberen Fähigkeitsniveaus zeige die Erstauswertung von VERA 2005 auf Landesebene für den mathematischen Teilbereich Arithmetik mit 87,1 Prozent, so die Ministerin weiter. 2004 waren 81,9 Prozent aller Viertklässlerinnen und Viertklässler erweiterte oder fortgeschrittene Fähigkeiten in der Arithmetik attestiert worden. In der Geometrie liege 2005 der Gesamtwert für die beiden oberen Niveaus bei 72,0 Prozent. Dieser Bereich verzeichne allerdings als einziger einen Rückgang gegenüber 81,9 Prozent in 2004.

„Das Projekt VERA liefert auch in diesem Jahr wieder wertvolle Hinweise für die Unterrichtsentwicklung insgesamt. Es stärkt die Diagnosefähigkeit der Lehrkräfte, leistet einen wichtigen Beitrag zur Teamentwicklung in den Kollegien und gibt wichtige Hinweise für Schwerpunkte in der Fortbildung der Lehrkräfte. Dies sind entscheidende Voraussetzungen für eine effektive individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler“, unterstrich Bildungsministerin Ahnen. Vertiefende Erkenntnisse – beispielsweise auch zu Zusammenhängen von Kompetenzerwerb mit Rahmenbedingungen der Schulen oder mit der sozio-kulturellen Zusammensetzung der Schülerschaft – biete der ausführliche Länderbericht des VERA-Projektteams an der Universität in Landau, der im Frühsommer 2006 vorliege.


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