Ahnen: Schulversuch "Selbstverantwortliche Schule" kann starten

Die acht teilnehmenden Schulen für den Start des Schulversuchs "Selbstverantwortliche Schule" zum Schuljahresbeginn 2005/2006 stehen fest. "Dieser Schulversuch soll der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern zusätzlichen Schub verleihen und wichtige Aufschlüsse darüber liefern, wie diese Förderung durch die Erweiterung der personellen, organisatorischen und inhaltlichen Selbstständigkeit von Schulen unterstützt werden kann", unterstrich Bildungsministerin Doris Ahnen. Wichtig sei ihr, dass die Versuchsschulen von allen schulischen Gremien unterstützt würden.

23.06.2005 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Entscheidendes Kriterium bei der Auswahl sei neben der Verteilung auf die unterschiedlichen Schularten vor allem die Qualität der vorgelegten Konzepte gewesen. In den Schulversuch "Selbstverantwortliche Schule" können im kommenden Schuljahr die Grundschulen Gebrüder-Grimm-Schule Ingelheim, Luitpoldschule Ludwigshafen, Haiderbach-Schule Wittgert und die Soonwaldschule Gemünden/Hunsrück, die Grund- und Hauptschule Theodor-Heuss-Schule Mainz-Hechtsheim, die Regionalen Schulen Erich-Kästner-Schule Ransbach-Baumbach und Sohren-Büchenbeuren sowie die Integrierte Gesamtschule (IGS) Hamm/Sieg an den Start gehen.

Anknüpfend an die jeweiligen Qualitätsprogramme konnten die ausgewählten Schulen überzeugend darlegen, dass sie im Rahmen des Schulversuchs neue Wege der individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern gehen wollen und die Weiterentwicklung des Unterrichts im Zentrum ihrer Bemühungen steht. Darüber hinaus wiesen die Schulkonzepte spezifische Schwerpunkte auf: Die Grundschule Ingelheim wolle beispielsweise eine Diagnostik-Werkstatt erproben, in der Grundschule Haiderbach in Wittgert seien neben integriertem Förderunterricht so genannte "Meisterstunden" vorgesehen, in denen schon Zweitklässler Vorträge übernehmen oder Phasen des Unterrichts nach Absprache selbst vorbereiten. Stärker in die Rolle des Lernberaters schlüpfen die Lehrkräfte der Integrierten Gesamtschule Hamm/Sieg, um nur einige Beispiele zu nennen. Alle Schulen wollten zudem mit einer Weiterentwicklung des Unterrichts die individuelle Förderung vorantreiben und bei der Leistungsmessung ergänzend zu den Ziffernnoten auch individuellere Formen der Leistungsrückmeldung wie zum Beispiel Portfolios einsetzen. "Eine erfreuliche Besonderheit ist auch, dass die Grundschule Haiderbach und die Regionale Schule in Ransbach-Baumbach beschlossen haben, bei der Entwicklung des Schulversuchs über die eigenen Grenzen hinaus zu kooperieren", hob Doris Ahnen hervor.

Die Bildungsministerin wünschte allen beteiligten Schulen viel Erfolg bei der Umsetzung ihrer Konzepte. In Kürze werde die Projektgruppe starten, die den Schulversuch begleite und in der neben den Schulen, dem Ministerium, der Schulaufsicht und den pädagogischen Serviceeinrichtungen des Landes auch externe Fachleute aus dem Bereich der Bildungsberatung und aus den Industrie- und Handelskammern vertreten seien, kündigte sie an. Parallel liefen weiterhin Gespräche, die die beabsichtigte Einbindung von Realschulen und Gymnasien zum Ziel hätten. Auf ein sehr positives Echo sei der Schulversuch zudem bei den kirchlichen Schulträgern gestoßen, so dass eine Erweiterung des möglichen Teilnehmerkreises bei Interesse auf diese staatlich anerkannten Privatschulen erwogen werden könne.


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