"Beraterkreis Hochschulentwicklung" unterstützt Landesregierung

Die Landesregierung wird sich in Fragen der Hochschulentwicklung künftig von externen Experten beraten lassen. Die konstituierende Sitzung des "Beraterkreises Hochschulentwicklung" fand jetzt im Beisein von Ministerpräsident Erwin Teufel und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg in Stuttgart statt. 15 national und international renommierte Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Wissenschaft gehören dem Beraterkreis an. "Bei den Fragen der landesweiten Hochschulentwicklung ist die Landesregierung auf den Dialog mit den Hochschulen, aber auch auf externen, unabhängigen Rat und fachliche Unterstützung angewiesen", erklärten Ministerpräsident Teufel und Wissenschaftsminister Frankenberg. "Wir bauen auf die breite Kompetenz und die langjährige Erfahrung der Mitglieder unseres Beraterkreises, um darauf basierend politische Entscheidungen fundiert begründet treffen zu können."

09.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Wissenschaftsminister Frankenberg stellte heraus, dass die baden-württembergischen Hochschulen auch in den jüngsten Rankings wieder hervorragend abgeschnitten haben. "Die exzellenten Ergebnisse bestätigen den Kurs unserer Hochschulpolitik, die mit dem Anfang nächsten Jahres in Kraft tretenden novellierten Landeshochschulgesetz fortgeführt wird." Die weitere Intensivierung des globalen Wettbewerbs in Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie die Kostendynamik der Forschung stellten die Politik nun jedoch vor neue Herausforderungen, die angesichts der schwierigen Haushaltssituation weiter verschärft werde. "Hinzu kommt die absehbare Zunahme der Studierendenzahlen in den nächsten Jahren: Seit 1997 nimmt die Zahl der Schulabsolventinnen und absolventen mit Studienberechtigung wieder kontinuierlich zu. Prognosen gehen davon aus, dass diese Zahl bis zum Jahr 2010 kontinuierlich weiter steigen und dann um 20 Prozent über der heutigen Zahl liegen wird", sagte Frankenberg. Die Umstellung auf das achtjährige Gymnasium mit einem doppelten Abiturjahrgang werde nach 2010 zusätzlich zu einer verstärkten Studiennachfrage führen. "Dafür müssen wir rechtzeitig Vorsorge treffen", so der Minister. Ganz generell müsse für den Zeitraum bis zum Jahr 2020 mit deutlich höheren Studierendenzahlen als heute gerechnet werden. Liege die Studierendenzahl bundesweit heute bei knapp 2 Mio., dann sei bis 2012 mit 2,5 Mio. und bis 2020 mit 2,3 bis 2,5 Mio. Studierenden zu rechnen.

"Dazu soll die Umstellung auf die Bachelor-/Master-Strukturen möglichst mit einer qualitativen Verbesserung der Betreuungsrelationen einhergehen und die Attraktivität unserer Universitäten für den wissenschaftlichen Nachwuchs gesteigert werden", betonte Frankenberg. "Wir müssen alles dafür tun, dass eine Fachkräftelücke bei akademischen Berufen auf dem Arbeitsmarkt vermieden wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Sicherstellung einer aufgabengerechten Finanzierung der Hochschulen." Diese Herausforderungen seien so grundlegend, dass es einer sehr grundlegenden Diskussion bedürfe. "Eine Überprüfung bisheriger Strukturen im Hochschulbereich ist daher unumgänglich. Zwischen den Fachhochschulen sowie zwischen den neun Landesuniversitäten wird es künftig zu einer weiteren Abstimmung der Profile und zu einer stärkeren Arbeitsteilung in Forschung und Lehre kommen müssen." Nur so könne die jetzt schon starke wissenschaftliche Forschung noch wettbewerbsfähiger werden.

Im "Beraterkreis Hochschulentwicklung" sind die folgenden Persönlichkeiten vertreten:

  • Prof. Ph. D. Jutta Allmendinger, Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesanstalt für Arbeit, Nürnberg (Sozialwissenschaften)

 

  • Prof. Dr. Konrad Beyreuther, Staatsrat für Lebens- und Gesundheitsschutz im Staatsministerium Baden-Württemberg, Stuttgart, und Ordinarius für Molekularbiologie am Zentrum für Molekulare Biologie der Universität Heidelberg

 

  • Prof. Dr. Hans-Jörg Bullinger, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, München (Ingenieurwissenschaften)

 

  • Günther Fleig, Mitglied des Vorstands der DaimlerChrysler AG, Stuttgart

 

  • Prof. Dr. Wolfgang Franz, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, Mannheim (Volkswirtschaftslehre)

 

  • Prof. Dr. Olaf Kübler, Präsident der ETH Zürich (Physik)

 

  • Prof. Dr. Rainer Künzel, Präsident a. D. der Universität Osnabrück und ehemaliger Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz (Politische Ökonomie)

 

  • Prof. Dr. Martin Möller, Universität Aachen (Chemie)

 

  • Prof. Dr. Marion Schick, Präsidentin der Fachhochschule München (Betriebswirtschaftslehre)

 

  • Tilman Todenhöfer, Persönlich haftender Gesellschafter der Robert Bosch Industrietreuhand KG, Stuttgart

 

  • Prof. Dr. Wilhelm Vossenkuhl, Universität München (Philosophie)

 

  • Prof. Dr. Dietrich Wegener, Universität Dortmund, Vorsitzender des Evaluierungsausschusses der Leibniz-Gemeinschaft (Physik)

 

  • Prof. Dr. Hans N. Weiler, Stanford University (Politik- und Erziehungswissenschaften)

 

  • Prof. Dr. Margret Wintermantel, Präsidentin der Universität d. Saarlandes (Sozialpsychologie)

 

  • Wolfgang Wolf, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Landesverbandes der Baden-Württembergischen Industrie

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