Bildungsministerin Erdsiek-Rave: Tausche dreigliedriges Schulsystem gegen dreigliedriges Schulsystem
"Der Tausch eines dreigliedrigen Schulsystems aus Hauptschule, Realschule und Gymnasium gegen ein dreigliedriges Schulsystem aus Regionalschule, Gemeinschaftsschule und Gymnasium kann bestenfalls eine Zwischenlösung sein, um unser Bildungssystem auf die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts vorzubereiten", sagte der kommissarische GEW-Landesvorsitzende Jan Nissen am Dienstag, 26.9.06, in Kiel zur Pressekonferenz von Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave.
26.09.2006 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinWenn die Ministerin zu Recht auf die internationalen Bildungsvergleiche verweise, müsse sie auch bereit sein die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Diese könnten nur hei-ßen: "Schluss mit dem Sortieren der Kinder nach der vierten Klasse und höhere Bil-dungsausgaben, um den Kindern und Jugendlichen bessere individuelle Förderung zukommen zu lassen!"
Scharfe Kritik äußerte der GEW-Landesvorsitzende erneut an der geplanten Überführung der Gesamtschulen in Gemeinschaftsschulen: "An den Gesamtschulen findet schon jetzt erfolgreich längeres gemeinsames Lernen aller Kinder und Jugendlichen statt. Statt diese Schulform nun zuerst in Gemeinschaftsschulen zu überführen, wäre es wesentlich sinnvoller mit Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien zu beginnen."
Zum Streit um religiöse Symbole meinte Jan Nissen: "Da nur eine Lehrerin in Schleswig-Holstein mit Kopftuch unterrichtet und auch keine Fälle von Lehrern im "Jesus-liebt-Dich-T-Shirt" bekannt sind, besitzt dieses Problem glücklicherweise im Augenblick keine besondere Relevanz. Trotzdem hätten wir uns eine Bekräftigung des staatlichen Neutralitätsgebots im neuen Schulgesetz gewünscht. Dies umso mehr, weil es der einzige Punkt in der umfangreichen GEW-Stellungnahme zum Schulgesetz gewesen ist, in dem wir der Bildungsministerin uneingeschränkt zugestimmt haben."
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