GEW Sachsen-Anhalt zur Schulentwicklungsplanung

Im kommenden Schuljahr wird erneut eine große Zahl von Sekundarschulen nur mit weitreichenden Ausnahmegenehmigungen ihren Schulbetrieb auch mit neuen 5. Klassen fortsetzen können. Für 87 Sekundarschulen, aber auch für eine ganze Reihe von Gymnasien mussten die Schulträger Ausnahmeanträge an das Landesverwaltungsamt richten, weil die viel zu hohen staatlichen Vorgaben für die geforderten Schüleranzahl vielfach nicht erreicht werden konnten und dies zusätzlich für Dutzende Schulstandort das Aus bedeutet hätte.

14.07.2006 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

"Wir begrüßen, dass das Landesverwaltungsamt diesen Ausnahmeanträgen weitestgehend gefolgt ist, wenngleich auch – wie etwa am Beispiel der Sekundarschule Löbejün im Saalkreis – durch die Versagung der Genehmigung Fehlentscheidungen getroffen wurden." sagte GEW-Landeschef, Thomas Lippmann am gestrigen Abend am Rande einer Sitzung des GEW-Landesvorstandes in Magdeburg.

"Zugleich bedeutet diese Fülle von Ausnahmegenehmigungen, dass ohne eine radikale Änderung der Planungsvorgaben die Mehrheit dieser Schulen in den nächsten beiden Schuljahren vor der Schließung steht.", sagte Lippmann weiter. Der Volksmund würde vielleicht sagen: "Die Ausnahmegenehmigung ist wie der Tod auf Latschen" oder "Diese Schulen sind gerade noch mit einem blauen Auge davon gekommen."

Die GEW erwartet von den politisch Verantwortlichen, dass sie ihre Verantwortung für den Erhalt des verbliebenen Schulnetzes wahrnehmen und durch entsprechende Änderungen der rechtlichen Grundlagen den Schulträgern für die Fortschreibung ihrer Schulentwicklungspläne bis zum Herbst ein deutliches Zeichen dafür geben, "dass keine weitere Schule mehr sterben muss," sagte Lippmann. Er setzte fort: "Die Ausnahmegenehmigungen sind eine Chance, die genutzt werden muss."

Link zur Tabelle:

Übersicht über die bereits erfolgten und geplanten Schulschließungen von 1991/92 - 2008/09 in Sachsen-Anhalt

Ansprechpartner

GEW Sachsen-Anhalt

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