Gute Bedingungen für Gute Schule

Der Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur, Prof. Dr. Dr. Hans-Robert Metelmann, wird am 25.2.2006 auf der Frühjahrsplenartagung des Landeselternrates Mecklenburg-Vorpommern in Born-Ibenhorst eine Rede halten. Vorab eine Zusammenfassung seiner Ausführungen:

24.02.2006 Mecklenburg-Vorpommern Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung Mecklenburg-Vorpommern

Die Aufgabe:

Gemeinsame Erkenntnis: Alles so lassen, geht nicht!

  • Beispiel Schulerfolg: 5 % ohne Abschluss
  • Beispiel Berufsausbildung: 25 % Abbrecher, Klagen der Wirtschaft über schwache Absolventen
  • Beispiel Hochschulstudium: nur 70 % der Abiturienten beginnen ein Studium, 50 % der Studierenden wechseln ihr Studium, 30 % beenden es ohne Abschluss

Unser Konzept: Gute Bedingungen für Gute Schule

Das neue Schulgesetz gibt den Rahmen.

  • Mehr Selbstständigkeit für Schulen. Mecklenburg-Vorpommern beginnt, den Schulen die Entscheidungs-möglichkeiten Privater Schulen zu geben. Dazu brauchen wir die Kompetenz der Lehrer und das Engagement der Eltern.
  • Neues Abitur. Wir sehen im Abitur wieder den Ausweis einer allgemeinen Hochschulreife: Breitenwissen in allen wesentlichen Hauptfächern der Bildung. Dies macht die Gymnasialausbildung sehr anspruchsvoll. Gymnasium steht wieder für Vorbereitung auf ein Hochschulstudium und nicht für allgemeine Orientierung der Schüler.
  • Gemeinsames Lernen. Dies entspricht dem Willen der meisten Eltern in unserem Lande, den Ergebnissen der internationalen Vergleichsstudien und zuletzt sogar der aktuellen Empfehlung des Sonderbeauftragten der Vereinten Nationen.
  • Individuelles Lernen durch Fördern und Fordern. Mehr Chancengleichheit durch individuelle Förderung von Stärken und individuellen Ausgleich von Schwächen.

Kritik am neuen Schulgesetz

- Zu lange Schulwege?

Nur das neue Schulgesetz sichert den Bestand vieler Schulen in der Fläche: Schulzentren, kleine Grundschulen auf dem Lande durch jahrgangsübergreifenden Unterricht, Sonderregeln für Gymnasien im ländlichen Raum. Durch die Rettung vieler Schulstandorte bleiben die Schulwege für die weit überwiegende Mehrzahl der Kinder wie bisher.

- Zu große Klassen und dadurch schlechtes Lernklima?

Unsere Klassen sind die kleinsten im Bundesdurchschnitt. Aber entscheidend für den Lernerfolg der Kinder ist das so genannte Lernklima. Dieses wird gefördert durch mehr Selbstständigkeit der Schulen bei der Unterrichtsgestaltung, durch Bildung, Erziehung und Betreuung in Ganztagsschulen, die in unserem Lande schon vor der Bundesinitiative eine große Rolle spielten. Durch immer mehr Zweitlehrer in den Klassen, durch Schulpsychologen und Schulsozialarbeiter, vor allen Dingen auch durch eine gezielte pädagogische Fortbildung der Lehrerinnen und Lehrer.

- Zu viel Lehrertourismus und Unterrichtsausfall?

Nur ausreichende Schulgrößen, wie sie mit den Regelungen des neuen Schulgesetzes möglich sind und zum Normalfall in unserem Lande werden sollen, sorgen dafür, dass Lehrer nicht mehr umher reisen müssen, sondern an einer Schule ausreichend Beschäftigung finden, und dass Unterrichts-ausfall durch schnelle Organisation vor Ort sofort vermieden werden kann.

- Es gehe nur um das Schließen von Schulen?

Die Planungsperiode für die jetzt anstehende Schulentwicklungsplanung (SEP) läuft von 2006 bis 2010. Das Schulgesetz bietet Trägern der SEP rechtlich abgesicherte Vorgaben zur Klassenbildung. Wir haben jetzt aber auch die Chance, ein bestandssicheres Schulnetz zu verknüpfen mit pädagogischen Inhalten, damit diese in Kontinuität weiterentwickelt werden können. Die Beibehaltung der frühen Trennung der Kinder nach Klasse vier würde im Gegenteil für viele zu längeren Fahrtzeiten führen, weil zusätzlich Standorte geschlossen werden müssten.

Das Ziel

Das gemeinsame Ziel heißt Gute Schule. Das neue Schulgesetz bietet dafür die notwendigen Rahmenbedingungen. Jetzt kommt es darauf an, im Interesse unserer Kinder ohne weitere Verzögerung kontinuierlich und in angemessener Ruhe weiter zu arbeiten.


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