Hessen auf dem Weg zum modernen Bildungsland: Erste Erfolge zeichnen sich ab
"Die PISA-Resultate für Hessen bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Das ist ein schöner Lohn für unsere Anstrengungen, den schiefen Turm von PISA wieder gerade zu rücken." Mit diesen Worten reagierte Kultusministerin Karin Wolff auf die heute veröffentlichten Ergebnisse der PISA-E-Studie und das insgesamt positive Abschneiden Hessens. "Besonderer Dank gilt auch den Anstrengungen in den Kollegien: Ohne die Arbeit unserer Lehrerinnen und Lehrer wären die Leistungsverbesserungen nicht möglich gewesen", betonte die Ministerin.
18.07.2005 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und ChancenNach den vorliegenden Zahlen konnte Hessen die erreichte Punktzahl in allen Bereichen steigern. Bei der mathematischen Grundkompetenz erzielte Hessen 497 Punkte (letzte PISA-E-Studie 2000: 486 Punkte) und verbesserte seine Platzierung um einen Rang auf Platz 7. Bei der Lesekompetenz erreichte Hessen 484 Punkte (PISA-E 2000: 476 Punkte) und steigerte seine Position um zwei Plätze auf Rang 7. Beim naturwissenschaftlichen Grundverständnis erhöhte Hessen seine Punktzahl auf 489 (PISA-E 2000: 481 Punkte).
"Die Ranglisten sprechen eine klare Sprache: Dort, wo CDU und CSU kontinuierlich regieren, sind die Ergebnisse eindeutig besser. In den Ländern, in denen eine CDU-Regierung kürzer im Amt ist, sind deutliche Leistungssteigerungen erkennbar", bewertete Wolff die Ergebnisse der Bundesländer. Als erstes Landesparlament wird sich heute der Hessische Landtag mit den Ergebnissen der PISA-E-Studie beschäftigen.
Erfreut zeigte sich Wolff über das gute Abschneiden Hessens im mathematischen Bereich. Hessen hatte die bundesweite Qualitätsinitiative SINUS zur "Steigerung der Effizienz des mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterrichts" 1998 an zwölf Schulen gestartet und als einziges Bundesland in kurzer Zeit auf mehr als die Hälfte aller hessischen Schulen mit Sekundarstufe I ausgeweitet. Die Übertragung des SINUS-Modells zur Veränderung von Unterrichts-, Aufgaben- und Prüfungskultur durch schulinterne Lehrerfortbildung auf die Grundschulen hat Hessen Anfang dieses Jahres gestartet. "Erste Qualitätsverbesserung schlagen sich in den Ergebnissen nieder, ihre volle Wirkung müssen sie aber noch entfalten", hob Wolff hervor. Ein Wermutstropfen sei die hintere Platzierung im Bereich Naturwissenschaften trotz verbesserter Punktzahl. "Hier werden wir unsere Anstrengungen noch weiter verstärken", so die Ministerin.
Die ersten Erfolge bei der Lesekompetenz bewertete Wolff positiv: "Dies zeigt, dass unsere Initiativen im Bereich der Lese- und Sprachförderung greifen." Gleichzeitig wies die Ministerin darauf hin, dass die Teilnehmer an den seit 2002 in Hessen durchgeführten Sprachförderkursen (Vorlaufkursen) für Vorschulkinder von der aktuelle PISA-E-Studie noch nicht erfasst worden seien. In Zukunft seien hier weitere Steigerungen zu erwarten: "Unsere bundesweite Vorreiterrolle auf diesem Gebiet wird Früchte tragen", erklärte Wolff.
Mit dem dritten Qualitätssicherungsgesetz weise Hessen den richtigen Weg für eine notwendige Qualitätsoffensive. Unerlässlich nannte Wolff etwa den vollzogenen Richtungswechsel in der Lehrerbildung: Angehende Lehrerinnen und Lehrer würden nun schon während des Studiums durch mehrere Praxisphasen besser auf den Schulalltag vorbereitet. Im Berufsleben könne sich nun niemand mehr einer kontinuierlichen und zielgerichteten Fortbildung entziehen.
"Es geht darum, Schule und Unterricht konsequent zu modernisieren", sagte die Ministerin. Wer Qualität verbessern wolle, brauche anspruchsvolle und verbindliche Vorgaben und ein Bildungssystem, das Leistungserfolge auch kontinuierlich überprüfe. Die Spitzenpositionen von Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen belegten zum wiederholten Mal, dass klare Anforderungen bei allen Schülerinnen und Schülern zu den besten Ergebnissen führten.
Hessen sei in allen sieben Handlungsfeldern, die sich die Kultusminister der Länder nach PISA 2001 verordnet haben, initiativ geworden: "Mehr Unterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften, frühe Leseförderung, frühe Sprachförderung für Ausländer, Einführung von Vergleichsarbeiten und Abschlussprüfungen, gezielte Förderung von bildungsbenachteiligten und begabten Kindern sowie moderne Lehrpläne - für die Aufholjagd Richtung Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen sind wir gut gerüstet. Jetzt geht es darum, den eingeschlagenen Weg konsequent weiter zu verfolgen", erklärte Wolff.
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