Kritik der GEW an Schulreformen gehen an der schulpolitischen Wirklichkeit vorbei

Mit Verwunderung hat das nordrhein-westfälische Schulministerium auf die Äußerungen der GEW, die Schulreformen fördere die Auslese von Kindern, reagiert. "Die Kritik der GEW geht an der schulpolitischen Wirklichkeit schlichtweg vorbei", erklärte das Schulministerium.

25.05.2004 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

"Neue Reformprojekte wie die offene Ganztagsgrundschule, die neue Schuleingangsphase oder die Lernstandserhebungen stellen im Gegenteil die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern in den Mittelpunkt der Reformbemühungen." Dafür habe das Land trotz äußerst knapper Ressourcen erhebliche Mittel in Millionenhöhe bereit gestellt. Darüber hinaus werde es mit Einführung der Schulzeitverkürzung für die gymnasiale Oberstufe anders als in anderen Bundesländern nicht nur an Gymnasien und Gesamtschulen, sondern an allen Schulformen der Sekundarstufe I zusätzlichen Unterricht geben, der Raum für zusätzliche Förderung schaffe.

Als unverständlich bezeichnete das Schulministerium die Kritik an den Förderempfehlungen, die seit diesem Schuljahr erstmals Schülerinnen und Schüler erhalten haben, deren Versetzung gefährdet ist. "Man kann nicht auf der einen Seite hohe Wiederholerquoten anprangern und auf der anderen Seite Förderempfehlungen kritisieren." Die Förderempfehlungen dienen als Instrument zur Reduzierung von Klassenwiederholungen und werden in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit den Eltern besprochen. Diese Förderempfehlungen machen eine gezielte Förderung der versetzungsgefährdeten Schülerinnen und Schüler möglich. Aufgabe der Schule ist es, nicht nur die Defizite aufzuzeigen, sondern auch ganz konkrete Wege zur Beseitigung. Dabei können Förderunterricht oder Ha usaufgabenhilfe, aber auch Schülerpatenschaften helfen. Entscheidend ist aber auch eine Unterstützung durch die Eltern, die die Schulen mit den Förderempfehlungen auch erreichen wollen.

Auch die Lernstandserhebungen, die im Herbst des nächsten Schuljahrs das erste Mal durchgeführt werden, seien eine gute Rückmeldung für Schulen zu individuellen Förderbedarfen. Dazu haben die Schulen erste Informationen bereits erhalten. In den nächsten Wochen folgen für Lehrkräfte und Eltern ausführliche Informationsmaterialien, wie die bereits entwickelten Lernstandserhebungen an den Schulen durchgeführt werden.


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