Kultusministerin Monika Hohlmeier zeichnet 20 Schulen mit dem Innere Schulentwicklung Innovationspreis i.s.i. aus

Es ist das Markenzeichen für Schulqualität und hat drei Buchstaben: i.s.i. - Der Innere Schulentwicklung Innovationspreis. 111 Schulen aus ganz Bayern haben sich um den i.s.i. beworben, 20 Preisträger wurden am Freitag feierlich von Kultusministerin Monika Hohlmeier im Dachauer Schloss ausgezeichnet. Zum vierten Mal findet der Wettbewerb, den die Stiftung Bildungspakt Bayern initiiert, statt. Im Zentrum steht die nachhaltige Verbesserung von Erziehung und Unterricht. "Mit dem i.s.i. werden nicht öffentlichkeitswirksame Einzelprojekte belohnt, sondern langfristig angelegte Prozesse, an denen sich Schulleiter, Lehrkräfte, Eltern und Schüler aktiv beteiligen", betonte Kultusministerin Monika Hohlmeier.

28.01.2005 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Bei der vierten i.s.i-Runde zeigten vor allem die Grundschulen großes Interesse: Von den 111 Bewerbungen kamen allein 31 von ihnen, gefolgt von den Hauptschulen mit 20 und den Gymnasien mit 19 Bewerbungen. Regional gesehen haben die Oberbayern und Schwaben mit jeweils 21 Bewerber-Schulen die Nase vorn. "Auch dieses Mal waren wir beeindruckt von dem Einsatz und den vielfältigen Anstrengungen, die die Schulen unternommen haben. Wir ermuntern auch diejenigen Schulen, die sich um den i.s.i. beworben haben und nicht unter den Preisträgern sind, den eingeschlagenen Pfad der Qualitätsverbesserung weiterzufolgen", sagte die Ministerin.

In den vergangenen Monaten haben sich 27 Juroren der Hauptjury nach einer Vorauswahl vor Ort ein Bild von den nominierten Schulen gemacht. Dabei hatten sie folgende Kriterien im Blick: Wie wirken Schulleitung, Lehrkräfte, Eltern und Schüler zusammen? Welche Rolle spielt die Fortbildung bei den Lehrkräften? Wie intensiv werden moderne Unterrichtsformen eingesetzt, um Schülerinnen und Schüler stärker mit in die Verantwortung zu nehmen? Öffnet sich die Schule für externe Partner? Hohlmeier lobte besonders das differenzierte, qualitätsorientierte Auswahlverfahren: "Der i.s.i. orientiert sich an den Evaluationskriterien, die sich international bewährt haben. Damit ist er das bayerische Gütesiegel für Schulqualität."

Und das Mitmachen lohnt sich allemal: In jeder Schulart werden drei Schulen ausgesucht. Zusätzlich wird eine Schule mit einem Sonderpreis prämiert. Der erste Preisträger erhält 5000 Euro, der zweite 4000 Euro, der dritte 3000 Euro. Sonderpreise werden mit 2000 Euro belohnt. Alle nominierten Schulen bekommen 500 Euro. Auch dieses Mal schenkt der Stiftungspartner Hewlett Packard jeder teilnehmenden Schule eine Digitalkamera.

Und hier sind die Preisträger (mit kurzer Begründung, ausführliche Laudationes liegen den Pressemappen bei oder können auf Wunsch an die Redaktionen gemailt oder gefaxt werden):

1. Preise

Alois-Lang-Schule, Schule zur individuellen Lernförderung Bad Kissingen: Die Schule unternimmt sehr große Anstrengungen, ihre sonderpädagogische Kompetenz auch in die Grund- und Hauptschule zu übertragen. Etwa 20 Prozent der Lehrerstunden werden allein für den Mobilen Sonderpädagogischen Dienst genutzt. Beeindruckend ist die Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf die Arbeitswelt. Hier arbeitet die Alois-Lang-Schule sehr eng mit den Betrieben vor Ort zusammen.

Volksschule Mitterdorf Roding: Innere Schulentwicklung ist hier bereits seit Jahren das zentrale Thema. Teamarbeit unter den Lehrkräften, Schüler aktivierende Unterrichtsformen sowie die führende Stellung der Schule im Schulamtsbezirk bei den Orientierungsarbeiten in Deutsch und Mathematik haben die Jury überzeugt. Zudem loben die Eltern die große Kooperationsbereitschaft.

Hauptschule Weinbergerstraße Neumarkt in der Oberpfalz: Sie ist zum zweiten Mal unter den Preisträgern. Die Hauptschule Weinbergerstraße hat bereits 2001 den Bayerischen Hauptschulpreis gewonnen und hat die Jury drei Jahre später erneut durch ihre hervorragenden Leistungen beeindruckt. In einer beispiellosen Aktion haben Schüler, Lehrer, Eltern und regionale Partner mit vorbildlicher Unterstützung des Oberbürgermeisters einen Neubau der Schule gestaltet, der das Selbstverständnis einer selbstverantwortlichen Schule widerspiegelt.

Leopold-Ullstein-Realschule Fürth: Auch die Leopold-Ullstein-Realschule gehörte schon vor drei Jahren zu den i.s.i-Preisträgern und sie hat sich nicht auf ihren Lorbeeren ausgeruht. Hervorzuheben ist die intensive Einbindung der Schüler ins Schulleben. Zahlreiche Angebote geben den Schülern Gelegenheit, eigene Verantwortung zu üben, beispielsweise beim gemeinsam erstellten Verhaltenskodex.

Gymnasium Oberhaching: Das Gymnasium ist weit über die Region hinaus bekannt. Es ist Motor für Schulinnovationen, beteiligt sich am Modellversuch Modus 21 und ist auch in internationalen Netzwerken, wie zum Beispiel der Bertelsmann Stiftung, engagiert. In zahlreichen richtungsweisenden Projekten wie "Mathe Macchiato" sucht die Schule die Zusammenarbeit mit externen Partnern aus der Wirtschaft.

Berufsfachschule für Krankenpflege des Bezirks Oberpfalz Regensburg: Nach dem Motto "Nur das, was ich andere lehren kann, habe ich wirklich gelernt" erarbeiten sich die Schüler die Lerninhalte weitgehend selbstständig und eigenverantwortlich. Die Lehrer sehen sich als Berater und Begleiter der Schüler im individuellen Lernprozess und fördern das lebenslange Lernen.

2. Preise

Rupert-Egenberger-Schule, Förderzentrum geistige Entwicklung Amberg: Die Unterrichtsqualität zeichnet sich durch handlungsorientiertes Lernen, Wochenplanarbeit, Werkstattunterricht und ein fächerübergreifendes Angebot aus. Beeindruckt hat die Jury die hohe Transparenz des modernen Schulmanagements sowie die enge Zusammenarbeit mit Eltern und externen Partnern.

Grundschule am Theodor-Heuss-Platz München: Die Unterrichtsarbeit erfolgt unter dem Motto: "Zusammenwachsen - Begreifen - Stärken - Gedeihen". Sie orientiert sich an den speziellen sozialen Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler. Offner Unterricht, Arbeit in Projekten, Kooperationsklassen, Streitschlichter, Tutoren und Anti-Gewalt-Training sind nur einige Beispiele für das große Engagement der Schule.

Frieden-Volksschule Schweinfurt: Das Schulklima ist geprägt von Freundlichkeit, Höflichkeit und Rücksichtnahme. Schulleitung und Lehrkräfte der Hauptschule leisten eine herausragende Elternarbeit und beziehen externe Partner ausgezeichnet mit ein.

Realschule Taufkirchen an der Vils: Die Unterrichtsentwicklung wird mit Hilfe der neuen Medien vorangetrieben. Auf jedem Stockwerk der Realschule sind internetfähige Medienschränke stationiert, die bei Bedarf in die einzelnen Klassenzimmer gerollt werden können. In punkto externe Partnerschaften hat die Schule etwas Besonderes vorzuweisen: Im Rahmen des QuiSS-Prokus-Modellversuchs haben 17 Schülerinnen aus Taufkirchen beim Bau des BMW Z4 mitgeholfen.

Gymnasium Bad Aibling: Ein fächerübergreifendes Methoden- und Sozialkompetenztraining ist Teil des Stundenplans der Schüler. Hier hat das Gymnasium über die Region hinaus Impulse für andere Schulen gegeben. Das Lehrerteam arbeitet äußerst kollegial zusammen. Weithin bekannt ist die Schule auch für ihre Literaturtage.

Städtische Wirtschaftsschule Hans-Böckler-Schule Fürth: Das Motto der Schule lautet: "Mehr Eigenverantwortung und Selbstständigkeit für Schüler ". Die Schülerinnen und Schüler beteiligen sich freiwillig auch außerhalb des Unterrichts an verschiedenen Projekten, bei denen sie ihre soziale Kompetenz stärken können. Die Schule kooperiert eng mit der Wirtschaft, gleichzeitig gibt es mehrere Schülerfirmen.

3. Preise

Sonderpädagogisches Förderzentrum Altdorf: Die Mitsprache der Schüler ist hier erwünscht. So wurden nach einer Befragung die Unterrichtsvormittage neu gestaltet: An drei Tagen in der Woche können Schüler klassenübergreifend für jeweils zwei Stunden aus einer breit angelegten Palette aus Aktivitäten auswählen und mitgestalten.

Volksschule Pfaffenhofen an der Zusam in Buttenwiesen: In eigens eingerichteten Kooperationsklassen leistet das Lehrerkollegium täglich vorbildliche Integrationsarbeit. Durch verschiedene Formen individueller Förderung werden Grund- und Förderschulkinder in ihrem Lernen unterstützt. Mit Hilfe von Sponsoren aus der Wirtschaft und einem Lehrer-Team wurde eine Lernwerkstatt mit Computerraum, einer Schülerbibliothek und einem Lesezimmer eingerichtet.

Hauptschule Reisbach: An dieser Schule gilt der Leitsatz "Stillstand gleich Rückschritt". Schulleitung, Lehrer, Eltern und Schüler setzen sich gemeinsam für die Weiterentwicklung der Schule ein. So wurde beispielsweise der Schulhof nach Entwürfen der Schüler umgestaltet. Zudem erzielten die Schülerinnen und Schüler überdurchschnittlich gute Ergebnisse bei den Orientierungsarbeiten.

Kardinal-Döpfner-Volksschule Großwallstadt: Die Lehrerinnen und Lehrer arbeiten konsequent an der Verbesserung der Unterrichtsqualität. Der Leitsatz lautet "Lernen muss nachhaltig sein" - und darauf sind alle Anstrengungen der Hauptschule gerichtet. Teamarbeit und gegenseitige Hospitationen der Lehrkräfte gehören an dieser Schule schlichtweg zum Alltag.

Städtische Wilhelm-Busch-Realschule München: Die herausragende Elternarbeit an dieser Schule hat sicherlich Seltenheitswert: Es finden themenbezogene Klassenelternabende statt, der Tag der Offenen Tür wurde neu gestaltet, die Eltern sind im Schulentwicklungsteam eingebunden und sie unterstützen die Arbeit mit konstruktiven Ideen.

Clavius-Gymnasium Bamberg: Das Gymnasium zeichnet sich durch die hohe Zufriedenheit von Eltern und Schülern aus. Obwohl das Clavius-Gymnasium zu den größten in Bayern zählt, findet dort alles andere als ein anonymer Massenbetrieb statt. Für ihre spektakulären Musicalaufführungen wie "West Side Story", "Oklahoma" oder "Dschungelbuch" wurde die Schule vom ehemaligen Bundespräsidenten Rau ausgezeichnet.

Staatliche und Kommunale Berufliche Schulen Vilshofen: Die Schule überzeugte die Jury durch ihr modernes Management. Kennzeichen sind eine sehr große Eigenverantwortung der Lehrkräfte, eine hohe Identifikation mit der Schule sowie innovative Unterrichtskonzepte. Darüber hinaus arbeitet die Schule exzellent mit externen Partnern zusammen, so beispielsweise mit der Robert-Bosch-Stiftung.

Sonderpreis:

Private Schule für Erziehungshilfe in Fassoldshof: Hier haben engagierte Pädagogen einer Grundschule zur Erziehungshilfe in Kooperation mit der Jugendhilfe das "Projekt PrinZ - Prinzip Zukunft" entwickelt. Im Rahmen dieses therapeutischen Konzepts werden Kinder mit einem besonders hohen emotionalen und sozialen Förderbedarf umfassend unterstützt. Die Lehrkräfte wollen ihnen ein schulisches Zuhause bieten.


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