Schulen können Beginn der zweiten Fremdsprache an örtlichen Bedürfnissen ausrichten / spätestens am Anfang von Klasse 6
Ab dem Schuljahr 2007/08 steht den Gymnasien die Möglichkeit offen, mit der zweiten Fremdsprache in Klasse 5 oder erst am Anfang von Klasse 6 zu beginnen. "Damit haben die Schulen die Chance, auf lokale Besonderheiten und die Zusammensetzung der Schülerschaft einzugehen", erklärte Kultusminister Helmut Rau MdL die flexible Handhabung. "Damit wird die Eigenständigkeit der Schulen in einem weiteren Bereich gestärkt", betonte Rau.
19.10.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergDie Vertreter der Oberstudiendirektoren und die Vorsitzende des Landeselternbeirats waren an der Vorbereitung dieser Entscheidung beteiligt und haben der Vorgehensweise, den Schulen den Entscheidungsfreiraum zu überlassen, zugestimmt. Für Gymnasiasten, die bereits ab Klasse 5 mit der zweiten Fremdsprache in einem Umfang von mehr als zwei Wochenstunden beginnen, ist sie versetzungsrelevant. Vergleichsarbeiten an Gymnasien im Rahmen der zweiten Fremdsprache werden in Klasse 6 nicht möglich sein.
"Die Bildungspläne der weiterführenden Schulen bauen auf dem Bildungsplan der Grundschule auf und ermöglichen einen organischen Fremdsprachenübergang von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen", betonte Rau. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch die Vorbereitung der Fachlehrer in Englisch, Französisch und Latein auf die neue Aufgabe. Die so genannte "Didaktik des Übergangs" wird durch überregionale und regionale Fortbildungsveranstaltungen von den Regierungspräsidien sowie der unteren Schulbehörden der Landkreise und Stadtkreise unterstützt und bereits während der Pilotphase angeboten. Als besonders wertvoll und konstruktiv haben sich die Kooperationen zwischen Grund- und weiterführenden Schulen herausgestellt, die einen reibungslosen Übergang auf die weiterführende Schule unterstützen.
Die Entscheidung über den Beginn der zweiten Fremdsprache muss in den zuständigen Gremien (Gesamtlehrerkonferenz, Zustimmung der Schulkonferenz und Anhörung des Elternbeirats) herbeigeführt werden. Dieser pädagogische Spielraum ermöglicht den Gymnasien, ihr individuelles Konzept und Schulprofil weiter zu entwickeln und zu stärken.
Im Vorfeld der flächendeckenden Einführung des Fremdsprachenunterrichts in der Grundschule startete zum Schuljahr 2001/02 in insgesamt 32 Pilotverbünden mit 470 Pilotgrundschulen eine wissenschaftlich begleitete Pilotphase. Ab dem Schuljahr 2007/08 werden alle Schülerinnen und Schüler über Fremdsprachenkenntnisse aus der Grundschule verfügen. Die Möglichkeit der Schulen, eigenständig über den Beginn der zweiten Fremdsprache zu entscheiden, trägt auch den Erfahrungen Rechnung, die an den Pilotschulen mit der zweiten Fremdsprache im Anschluss an die Grundschulfremdsprache gemacht wurden.
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