Überlastung von Lehrkräften – Personalrat zieht vor das Verwaltungsgericht
In den letzten Wochen haben über 500 Bremer Lehrkräfte dem Senator für Bildung in Form einer persönlichen "Überlastungsanzeige" mitgeteilt, dass sie sich nicht in der Lage sehen, alle durch Gesetze und Verordnungen zum Unterricht neu hinzugekommenen Verpflichtungen (Vergleichsarbeiten, Förderpläne, Umsetzung neuer Lehrpläne, neue Abschlussprüfungen, zusätzliche Präsenzzeiten u.v.a.m.) im Rahmen der gesetzlich festgelegten Arbeitszeit zu absolvieren.
11.07.2006 Bremen Pressemeldung Bremen Senatorin für Wissenschaft und HäfenDer Personalrat Schulen hat den Senator bereits mehrfach zu Verhandlungen über einen Belastungsabbau aufgefordert. Dabei hat er darauf hingewiesen, dass in den letzten Jahren 790 Lehrerstellen abgebaut wurden, aber die Zahl der in Bremen erteilten Unterrichtsstunden sogar leicht gestiegen ist. Es bleibt immer weniger Zeit für Vor- und Nachbereitung, Schulentwicklung, Elternberatung und Fortbildung. Da gleichzeitig nur noch halb so viele Unterrichtsentlastungen für besondere Aufgaben gewährt werden, kommt es immer häufiger zu Überschreitungen der regelmäßigen wöchentlichen Arbeitszeit. Der Personalrat fordert, die gestrichenen Unterrichtsentlastungen zumindest teilweise wieder einzuführen (4% der Lehrerzuweisung mehr als Unterrichtsentlastung für neue Aufgaben).
Der Senator für Bildung spricht dem Personalrat in diesem Fall die Mitbestimmung über die Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen ab und weigert sich, in Verhandlungen einzutreten. Hiergegen hat der Personalrat Schulen jetzt Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht.
Arbeitsverdichtung und vermehrte Bürokratie mindern die Qualität des Unterrichts und schaden letztlich den Schülerinnen und Schülern. Der Senator sollte seine Konfrontationslinie aufgeben und mit den Interessenvertretungen der Lehrkräfte über angemessene Arbeitsbedingungen verhandeln.
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