Bildung beginnt bei der Geburt

Die Förderung von Kindern unter drei Jahren ist Anstoß für Diskussionen in der Sozial- und Bildungspolitik. Ende Oktober 2004 verabschiedete der Bundestag das Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG), das die Kommunen verpflichtet, bis 2010 ausreichende Betreuungsangebote für die unter Dreijährigen zu schaffen. Obwohl derzeit noch große Unstimmigkeiten über deren Finanzierung bestehen, sind sich Bund, Länder und Kommunen im Grundsatz einig: Die Angebote zur Betreuung von Kleinkindern in Deutschland müssen dringend ausgebaut werden. Jetzt gilt es, geeignete Konzepte umzusetzen.

15.11.2004 Pressemeldung Didacta Verband e.V. / Verband der Bildungswirtschaft

Auch die Bildungswirtschaft beteiligt sich an dieser Diskussion. In ihrem Namen fordert der Didacta Verband e.V. einen Rechtsanspruch auf einen Kindertagesstättenplatz für alle unter Dreijährigen. Dabei sollen alle Kinder in Tageseinrichtungen mit qualifizierten Fachkräften oder in vernetzten und verlässlichen Tagespflegeverhältnissen mit gleichwertig qualifizierten Kräften gefördert werden. Deshalb ist ein verbindliches pädagogisches Konzept für die außerfamiliäre Bildung der unter Dreijährigen anzustreben. Teil dieses Konzeptes müssen Fortbildungsmöglichkeiten für Erzieherinnen sein, die sie qualifizieren, die neuen zusätzlichen Aufgaben wahrzunehmen. Zudem müssen die Aspekte der Frühpädagogik in die Ausbildung der Erzieherinnen integriert werden.

Der Besuch jeder Kindertagesstätte soll generell gebührenfrei sein. Außerdem müssen bessere Rahmenbedingungen für die Elementarstufe geschaffen werden, d.h. kleinere Gruppen, mehr Personal, entsprechende Räumlichkeiten sowie kindgerechte Ausstattungen und Spielmaterialien.

Förderung unter drei

Die Förderung der Kinder unter drei Jahren zählt zu den Schwerpunktthemen der "didacta - die Bildungsmesse" 2005, die vom 28. Februar bis zum 4. März auf dem Messegelände in Stuttgart stattfindet. Der Bildungsbereich Elementarstufe / Kindergarten ist seit jeher ein Besuchermagnet auf der größten Bildungsmesse Europas. Zur "didacta" 2004 kamen insgesamt weit mehr als 90.000 Menschen. Rund ein Viertel davon waren Erzieherinnen und andere Fachbesucher, die sich speziell für die Elementarstufe und den Kindergarten interessierten. Im kommenden Jahr beschäftigen sich zahlreiche Veranstaltungen im Rahmenprogramm mit den Aspekten der Frühförderung. Auch der Didacta Verband e.V. trägt explizit zu diesem Thema bei: Am 3. März veranstaltet der Verband der Bildungswirtschaft eine offene Diskussionsrunde zur "Förderung unter drei: Modelle und Perspektiven". Experten aus Jugendämtern, Kinderkrippen und Tageseinrichtungen stellen in diesem Rahmen pädagogische Konzepte vor und laden die Besucher zum Gedankenaustausch ein.

KiGA-Seminare: Fortbildung für Erzieherinnen

Die KiGA-Seminare sind die größte Fortbildungsveranstaltung für Erzieherinnen in Deutschland. 2005 steht die einwöchige Veranstaltungsreihe unter dem Motto "Die Praxis im Blick - Orientierung in Theorie und Praxis". Zahlreiche renommierte Wissenschaftler und Praktiker werden die Erzieherinnen über interessante Forschungsergebnisse informieren und ihnen hilfreiche Anregungen für ihre tägliche Arbeit vermitteln. Auf dem Programm stehen Angebote aus den Bereichen Rhythmik, Bewegung, künstlerisches Gestalten, Musik und Theaterpädagogik. 2004 in Köln machten rund 3.600 Teilnehmerinnen von den Fortbildungsangeboten der KiGA-Seminare Gebrauch.

Zum Auftakt des Programms 2005 am 28. Februar spricht Dr. Armin Krenz über "Bildung als Herausforderung für elementarpädagogische Fachkräfte - Selbstbildung im Bildungsprozess der Erzieherin". Im Anschluss daran zeigen führende Wissenschaftler auf, wie Forschungsergebnisse in die Praxis einfließen können. Zu ihnen zählen: Anne Zehntbauer, Deutsches Jugendinstitut, Dr. Christa Preissing, Internationale Akademie für Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA), Hans-Joachim Laewen, Institut für angewandte Sozialisationsforschung/Frühe Kindheit e. V. (INFANS) sowie Prof. Dr. Gerd E. Schäfer, Universität Köln.

Über den aktuellen Stand und die künftigen Anforderungen an die Erzieherinnenausbildung referieren am 1. März 2005 Günther Gerstberger, Robert-Bosch Stiftung, Prof. Dr. Dr. Dr. W. E. Fthenakis, Staatsinstitut für Frühpädagogik, Prof. Gerwald Wallnöfer, Freie Universität Bozen und Ulrich Steenberg, Katholische Fachschule für Sozialpädagogik Ulm. Für das Leitungspersonal findet am 2. März 2005 ein spezieller Aktionstag statt. Im Vordergrund steht die Frage "Kindergarten als Bildungseinrichtung - Traum oder Wirklichkeit?". Der Aktionstag wird getragen vom Landesjugendamt Baden-Württemberg und dem Didacta Verband e.V.

Zum Abschluss des KiGA-Seminarprogramms am 4. März rücken noch einmal Kinder unter drei Jahren in den Mittelpunkt der Vorträge. Diesen Tag eröffnet Bundesfamilienministerin Renate Schmidt (angefragt), die über die Pläne der Bundesregierung zur Kinderbetreuung berichten wird.

Sonderschauen:


"Montessori-Pädagogik" und "Kleinen und Großen den Rücken stärken"

Mit der Sonderschau "Montessori-Pädagogik - Selbsttätiges Lernen in jedem Alter" informieren die deutschen Montessori-Organisationen und -Landesverbände über ihre Arbeit für Jung und Alt. An praktischen Beispielen zeigen sie u.a., wie Menschen auch im hohen Alter mit Hilfe der Montessori-Materialien und entsprechender Anleitung geistig und körperlich beweglich bleiben können.

Die zweite Sonderschau steht unter dem Motto "Einfach leben - Kleinen und Großen den Rücken stärken". Die Interessengemeinschaft der Rückenschullehrer/Innen e.V. gibt praxisnahe Tipps, wie Rückenbeschwerden bei der Arbeit mit Kindern verhindert werden können.

Weitere Informationen zur "didacta" 2005 in Stuttgart sowie das vollständige Rahmenprogramm des Bereiches Weiterbildung/Beratung finden Sie ab dem 1. Dezember 2004 unter: www.didacta-stuttgart.de.

Ansprechpartner

Ansprechpartner Didacta Verband e.V.
Thorsten Timmerarens
Telefon: +49 6151 3521513
E-Mail: timmerarens@didacta.de
Web: www.didacta.de


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