Bildung weiterhin in Schieflage

(bikl) Noch immer investiert Deutschland zu wenig in die frühkindliche Bildung, viel jedoch in tertiäre Bildungsbereiche wie Studium und Berufsqualifikation.

12.09.2004 Artikel

So äußerte sich Andreas Schleicher heute in der "Welt am Sonntag". Dies widerspreche allen Erkenntnissen der OECD zu effektiver Investition in Bildung. Der als Pisa-Chef bekannte führende Bildungsexperte der OECD warnte vor dem Verlust des Anschlusses an andere Länder. Am kommenden Dienstag wird Schleicher zusammen mit Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn und Steffen Reiche (Kultusminister von Brandenburg und Vizepräsidenten der Kultusministerkonferenz) die Studie "Bildung auf einen Blick" vorstellen. Jährlich vergleicht diese Studie die Leistungsfähigkeit der Bildungssysteme in den Mitgliedsländern.

Auch in diesem Jahr wird Deutschland wieder mit deutlicher Kritik rechnen müssen. Die Vorwürfe sind nicht neu - sind sie doch spätestens seit den Ergebnissen aus der PISA-Studie Allgemeingut. Bloß an den geeigneten Konsequenzen hapert es. "In Deutschland sprechen wir von der Schulreife. Anstatt Kindern den Übergang zu erleichtern, warten wir ab, bis sie in unser System passen", hatte Schleicher im Januar 2002 gegenüber der Berliner Zeitung erklärt und gegenüber der TAZ im Mai 2002: "Lernende und Lernen sollten im Mittelpunkt eines Schulsystems stehen und nicht das Einsortieren der Schüler."


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