Bildungspolitik der Großen Koalition "absurd"
(bikl/hb) Massive Bedenken gegen die vereinbarte Föderalismusreform in Sachen Bildung und Forschung habe jetzt der Wissenschaftsrat geäußert, so meldet das Handelsblatt. Angesichts des absehbaren Studentenberges sei es "absurd", dass die große Koalition darauf verzichte, die Hochschulen weiterhin finanziell unterstützen zu dürfen, habe der Vorsitzende des Wissenschaftsrates (WR), Karl Max Einhäupl, geäußert. Deshalb werde der Rat alles daransetzen, damit dies "im Zuge des Gesetzgebungsverfahrens zurückgedreht wird", habe WR-Generalsekretär Wedig von Heyden angekündigt.
15.11.2005 ArtikelDass neben den Investitionshilfen künftig keine Hochschulsonderprogramme mehr möglich seien, "beunruhigt uns am allermeisten", so Einhäupl. Nach den Prognosen der Kultusminister werde die Zahl der Studenten um bis zu 500 000 steigen. Dies entspreche dem politischen Ziel, künftig mehr Akademiker auszubilden. Er könne sich aber nicht vorstellen, wie die Länder das bezahlen würden, habe der WR-Vorsitzende sich gefragt mit Blick auf die Länderhaushalte, von denen heute schon die Mehrzahl nicht mehr verfassungskonform sei.
Die Hochschulen bräuchten auch weiterhin Programme des Bundes, "mit denen Personal bezahlt wird - Sachmittelprogramme allein reichen nicht". Die jetzige Vereinbarung, so Einhäupl weiter, "könnte sogar die flächendeckende Umstellung auf Bachelor und Master kippen" - und damit die Internationalisierung des deutschen Systems, habe der Rat gewarnt. Denn vor allem die Bachelor-Ausbildung erfordere nach einhelliger Expertenmeinung ein besseres Betreuungsverhältnis.
Einen "Flickenteppich" von Regelungen befürchte der Wissenschaftsrat künftig beim Hochschulzugang und bei den Abschlüssen - zum Schaden der Mobilität von Studenten und Professoren. So sei durchaus "denkbar, dass ein Abschluss in einem anderen Bundesland nicht anerkannt wird", habe Einhäupl gewarnt. Er jedenfalls habe "Zweifel, ob die Kultusminister in der Lage sind, die gegenseitige Anerkennung geregelt zu bekommen".
Der vollständige Bericht im Handelsblatt unter www.handelsblatt.com/
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