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Bremen: Sprachförderquote erstmals niedriger – Förderbedarf bleibt hoch

Nach mehreren Jahren mit hohen beziehungsweise steigenden Förderquoten in Kitas liegt der aktuelle Wert erstmals wieder unter dem des Vorjahres: Während im vergangenen Jahr knapp 48 Prozent der Kita-Kinder im Jahr vor der Einschulung für eine Sprachförderung vorgesehen waren, sind es aktuell rund 45 Prozent.

30.09.2026 Bremen Pressemeldung Bremen Senator für Kinder und Bildung
  • Kindergartenkinder sitzen in einem Kreis. © www.pexels.com Im Kitajahr 2024/25 erhielten 3.004 Kinder im Vorschulalter in den Bremer Kitas eine Sprachförderung.

Der Senator für Kinder und Bildung, Mark Rackles, bewertet dies vorsichtig optimistisch: „Der Anteil der Kinder im Vorschulalter mit Sprachförderbedarf ist leicht gesunken. Das ist eine positive Nachricht – aber 45 Prozent sind noch viel zu hoch. Für uns heißt das: Für eine nachhaltige Trendwende müssen wir unsere Maßnahmen konsequent fortführen. Unsere Offensive für mehr Qualität in der Bildung setzt genau hier an: Wir wollen Kinder in ihren Kernkompetenzen stärken und ihre Sprachentwicklung verbessern. Deshalb werden wir die verbindliche Sprachförderung für Vorschulkinder gesetzlich festschreiben: In der Regel soll sie zwölf Monate lang mit 20 Wochenstunden in der Kita stattfinden.“

Im Kitajahr 2024/25 erhielten 3.004 Kinder im Vorschulalter in den Bremer Kitas eine Sprachförderung. Im Folgejahr waren es 3.063 von insgesamt 6.388 Kindern. Im aktuellen Kitajahr sind 2.773 von insgesamt 6.159 Kita-Kindern im Vorschulalter für eine Sprachförderung vorgesehen.

Der Rückgang ist eine erfreuliche Veränderung. Welche Faktoren dazu beigetragen haben, lässt sich derzeit allerdings nicht eindeutig benennen. Zu den möglichen Einflussgrößen zählen unter anderem der Ausbau der Sprachförderung in den Kitas, die gestiegene und möglicherweise frühere Inanspruchnahme von Kindertagesbetreuung sowie Veränderungen in Größe und Zusammensetzung der jeweiligen Jahrgänge.

Bremen hat die Sprachförderung in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut: Während die Stadtgemeinde 2016 dafür 1,5 Millionen Euro investierte, stehen im laufenden Kita-Jahr von Kommune und Bund rund 7,7 Millionen Euro jährlich zur Verfügung.
Allein im August 2022 wurde die Zahl der Funktionsstellen für Sprach-Kitas in der Stadtgemeinde Bremen auf 108 Stellen erhöht. Kinder, die damals mit drei Jahren in die Kita kamen, profitieren von dieser Erhöhung. Zugleich wurde insbesondere die Betreuungsquote der Drei- bis unter Vierjährigen gesteigert, waren es 2023 noch 74 Prozent, sind es in 2026 bereits 87 Prozent. Die Veränderungen der Betreuungsquoten bei den Vier- bis unter Fünfjährigen stieg im selben Zeitraum von 86 Prozent auf 91 Prozent an und bei den Fünf- bis unter Sechsjährigen von 90 auf 94 Prozent.

Bremen setzt auch gezielt auf die Sprachkompetenz der pädagogischen Fachkräfte: In diesem Herbst stehen sechs Fortbildungskurse für Erzieherinnen und Erzieher zur alltagsintegrierten Sprachförderung im Kita-Alltag zur Verfügung. Die Nachfrage ist seit Jahren groß – und auch in diesem Jahr sind alle sechs Kurse ausgebucht.

Die sprachliche Entwicklung der Kinder wird künftig von Beginn des Kita-Besuchs an noch besser begleitet und festgehalten werden. Ziel ist es dabei, die Qualität der Sprachförderung weiter zu stärken; die dafür notwendige Gesetzesänderung für ein neues Erhebungsinstrument ist bereits auf dem Weg. Dabei will die senatorische Behörde für Kinder und Bildung auf die Erfahrungen mit dem Erhebungsinstrument BaSiK zurückgreifen, das bereits seit vielen Jahren in sehr vielen Kommunen bundesweit und auch mittlerweile in vielen Einrichtungen sowohl in Bremen als auch in Bremerhaven eingesetzt wird.


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