Deutscher Kita-Tag in Dortmund
In den vergangenen Jahren sind im Kita-Bereich ständig neue Herausforderungen auf Erzieherinnen und Erzieher sowie Kita-Leitungen zugekommen. Der Ausbau der U3-Plätze ist dafür ein prägnantes Beispiel. Die notwendigen Rahmenbedingungen für die individuelle Förderung hinken jedoch hinterher. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW und die Klett MINT GmbH veranstalten heute gemeinsam den Deutschen Kita-Tag, um über 400 Pädagoginnen und Pädagogen im Elementarbereich die Möglichkeit zu geben, sich durch Fortbildungen besser auf die neuen Herausforderungen einzustellen.
08.09.2014 Pressemeldung Klett MINT GmbH"Vor allem der Personalschlüssel in den Kitas ist ein ständiges Ärgernis", betont Udo Beckmann, Vorsitzender des VBE, "auch wenn Familienministerin Ute Schäfer den Ausbau der U3-Plätze über den grünen Klee lobt: Nicht nur durch Krankheiten, Urlaub oder andere Ausfälle müssen Erzieherinnen regelmäßig mehr Kinder betreuen als es wünschenswert ist. Der Personalschlüssel stimmt nicht mit den Herausforderungen an eine individuelle Betreuung überein. Vor allem die Unter-Dreijährigen, die besondere Aufmerksamkeit und Betreuung brauchen, werden eher verwahrt als betreut. Für die emotionale Bindung ist das fatal." Hinzu kommt, dass laut einer Bertelsmannstudie Kinder häufig in Altersgruppen betreut werden, die kein entsprechendes pädagogisches Konzept für sie vorweisen. "Der U3- Ausbau prescht vor, die Qualität hinkt hinterher", so die Bilanz des VBE-Vorsitzenden. Aber auch bei den Kindern über drei Jahren spitzt sich die Situation zu: Auf eine Erzieherin kommen 9,6 Kinder – durch Urlaubs- und Krankheitstage steigt dieses Verhältnis jedoch auf 1:13. "Bildungsziele werden vor diesem Hintergrund schlichtweg schöngeredet", stellt Beckmann fest und fordert eine Anpassung des Personalschlüssels an die Bedürfnisse der Kinder.
Ein weiteres Thema beim Deutschen Kita-Tag ist der Ausbau der Studienplätze im Bereich Elementarpädagogik. Die Zahl der Studierenden ist seit 2006 deutlich gestiegen: "Das zeigt, dass sich junge Menschen verstärkt optimal für diese erste Stufe des Bildungssystems ausbilden lassen wollen. Für die Kinder in den Kitas ist das ein Gewinn", stellt Beckmann fest. Damit die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher jedoch auf ein europäisches Niveau angehoben werden kann, muss sie mindestens an einer Fachhochschule stattfinden: "Gut ausgebildete Elementar-Kräfte werden dringend gebraucht", so Beckmann.
Aber es geht auf dem Deutschen Kita-Tag nicht nur um die pädagogischen Anforderungen. Hier erfahren Erzieherinnen und Erzieher auch, wie ihre tägliche Arbeit noch besser laufen kann. So gibt es z. B. auch einen Workshop, der sich mit der Gesundheitsförderung der Pädagogen beschäftigt; außerdem wird erklärt, wie sich eine Kita als attraktiver Arbeitgeber präsentieren kann.
"Diese Mischung macht den Deutschen Kita-Tag so attraktiv", erklärt Dr. Dierk Suhr, Geschäftsführer der Klett MINT GmbH, "in einer Kita geht es einerseits um die Bildung und Erziehung der Kleinsten, andererseits ist der Lebensraum Kita als Einheit zu sehen, in dem Kinder und alle pädagogischen Kräfte optimale Rahmenbedingungen vorfinden müssen." Deshalb, so sind sich die beiden Veranstalter einig, ist der Deutsche Kita-Tag eine Fortbildungsmöglichkeit, die es in der Form für Kita-Kräfte noch nicht gegeben hat.
Der nächste Deutsche Kita-Tag findet am 16. September 2015 in Dortmund statt.
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