Erdsiek-Rave: Vorschulische Bildung steht bei uns nicht erst seit heute auf der Agenda
"Die Verbesserung der vorschulischen Bildung steht in Schleswig-Holstein nicht erst seit heute auf der Agenda." Mit diesen Worten kommentierte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave heute in Kiel die Veröffentlichung der jüngsten OECD-Studie zur Kinderbetreuung. (Die Untersuchungen beziehen sich auf Kinder von der Geburt bis zum Grundschulalter und basieren auf Daten aus den folgenden fünf Bundesländern: Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen.)
30.11.2004 Pressemeldung Ministerium für Soziales, Gesundheit, Wissenschaft und GleichstellungErdsiek-Rave meinte weiter, dass unter der Devise "Erfolgreich starten" im nördlichsten Bundesland bereits seit Jahren daran gearbeitet werde, die Qualität der Kindertageseinrichtungen weiter zu entwickeln. "Die Kindertageseinrichtungen haben einen klaren Auftrag: Betreuung, Erziehung und Bildung. Vor allem der eigenständige Bildungsauftrag steht schon seit den ersten PISA-Ergebnissen im Vordergrund", betonte die Ministerin. Bildung in Kindertageseinrichtungen müsse kindliche Kompetenzen fördern, die Kinder auf ihren individuellen Bildungswegen begleiten und ihnen neue Bildungswelten eröffnen. Diese Arbeit könnten auch die Eltern unterstützen, so Erdsiek-Rave. "Ein erfolgreicher Bildungsweg fängt nicht erst im Kindergarten sondern schon zu Hause an."
Die Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein setzen ihre Schwerpunkte unter anderem in der Sprachförderung und der Förderung der naturwissenschaftlichen und mathematischen Grundbildung. Seit 1996 wurden bereits mehr als 3.000 Erzieherinnen und Erzieher zur Sprachförderung fortgebildet. Das Fortbildungsangebot zur Förderung naturwissenschaftlicher und mathematischer Grundkompetenzen wird ausgeweitet. Die "Leitlinien zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein", die in diesem Jahr gemeinsam von Trägern, Eltern und Bildungsministerium formuliert und veröffentlicht wurden, geben den didaktischen und methodischen Rahmen auf sechs Bildungsfeldern vor - dazu gehört zum Beispiel der Bereich Sprache, der Bereich Gestaltung oder der Bereich Naturwissenschaften. Zur Verbesserung der vorschulischen Bildung gehört auch eine engere Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtungen und Grundschulen. Deshalb hat das Bildungsministerium 2004 entsprechende Empfehlungen herausgegeben.
Darüber hinaus soll auch die Ausbildung der Erzieherinnen und Erzieher verbessert werden. Ende des Jahres wird ein neuer Lehrplan für die Erzieherausbildung in Kraft treten, der die Veränderungen des Berufsbildes berücksichtigt. Die Ausbildung wird handlungsorientierter und praxisnäher gestaltet. Unter anderem sind insgesamt 40 Praxiswochen vorgesehen. Nach anderthalb Jahren können die angehenden Erzieherinnen und Erzieher mit der Wahl bestimmter Arbeitsfelder individuelle Schwerpunkte setzen. Zentrales Element der Qualifizierung ist außerdem ein verbindliches Modul "Sprachförderung", das 120 Stunden umfasst.
Gemeinsam mit der Universität Flensburg, der Fachhochschule Kiel und den Fachschulen für Sozialpädagogik wird zurzeit der Aufbau eines Studienangebotes zur "Pädagogik im Kindesalter" vorbereitet. Dieses soll vor allem der weiterführenden Qualifizierung von Leitungskräften in den Kindertagesstätten dienen soll.
In Schleswig-Holstein gibt es zurzeit 1635 Kindertageseinrichtungen mit insgesamt 93.643 Plätzen. An der Finanzierung sind die Kreise und kreisfreien Städte, die Standortgemeinden, die Eltern und die Träger beteiligt. Das Land stellt den Kommunen für die Jahre 2004 und 2005 jeweils 60 Millionen Euro für die Förderung von Kindertageseinrichtungen zur Verfügung.
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