Familienfördergesetz fördert die Abschaffung der Grundschulhorte

In seiner Sitzung am 24.09.2005 hat der GEW-Landesvorstand mit Empörung festgestellt, dass das Land Thüringen das Konzept "Bildung und Betreuung von 2 - 16 Jahren" umzusetzen beginnt, obwohl die angekündigte Überarbeitung noch gar nicht vorliegt.

26.09.2005 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Mit dem geplanten Kindertageseinrichtungsgesetz wird der Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Tageseinrichtung bis zum Ende der Grundschulzeit festgeschrieben. Horte an Grundschulen sind nicht als Tageseinrichtungen definiert, so dass bei konsequenter Gesetzesumsetzung die Horte an den Grundschulen, die nur noch als "Kann-Bestimmung" auftauchen, abgeschafft sind. Damit zeigt die Landesregierung wieder einmal, dass sie breiteste Proteste der Öffentlichkeit nicht ernst nimmt.

Mit dem neuen Kita-Gesetz wird es weitere Qualitätseinbußen geben. So überlegen die ersten Kommunen, ob sie wie bisher für ca. 30 % der Kinder Krippenplätze vorhalten müssen, wenn sich das Land nur bei 15 % mit einer Förderung beteiligt.

Auch der verstärkte Einsatz von Tagesmüttern wird schon erprobt. So gibt es die ersten Meldungen, dass Ein-Euro-Jobber/innen als kostenfreie Tagesmütter eingesetzt werden. Im Kreis Schmalkalden- Meiningen soll es bereits 15 davon geben. Wenn jede Tagesmutter fünf Kinder betreut, dann sind es 75 Kita-Plätze, die dadurch eingespart werden - eine ganze Kita. Ist das gewollt? Der Landesvorstand der GEW Thüringen fordert einstimmig von der Landesregierung die Rücknahme des Gesetzentwurfes.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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