Gebührenfreies Kita-Jahr nicht gegen Bekämpfung von Kinderarmut ausspielen
"Die Einführung der Gebührenfreiheit in Kindertagesstätten und die Bekämpfung der Kinderarmut sind aus sozialen und bildungspolitischen Gründen zwingend erforderlich. Deshalb täte die Große Koalition gut daran, nicht Gebührenfreiheit gegen Bekämpfung der Kinderarmut auszuspielen. Wer hier jetzt investiert, kann sich morgen manche Diskussion um Jugendkriminalität sparen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Freitag, 11.1.08 in Kiel zur aktuellen Diskussion innerhalb der Großen Koalition.
11.01.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinIn Hinblick auf die Gebührenfreiheit in den Kindertagesstätten erneuerte Heidn den GEW-Vorschlag, die Eltern von den Gebühren zunächst im ersten statt im letzten Kita-Jahr zu befreien. "Der bildungspolitische Nutzen ist dann viel größer, weil schon heute 96 Prozent der Kinder in Schleswig-Holstein im letzten Jahr vor der Schule eine Kita besuchen. Im ersten Kita-Jahr liegt der Anteil nur bei rund 60 Prozent." Peu à peu solle die Gebührenfreiheit dann auf alle Jahre ausgedehnt werden. Der Besuch von Kindertagesstätten müsse genauso wie der Schulbesuch grundsätzlich gebührenfrei sein. Der gebührenfreie Kita-Platz führt nach Ansicht der GEW zu einer spürbaren finanziellen Entlastung für die Familien. Das sei erforderlich, damit Eltern nicht ihre Kinder aus finanziellen Gründen von der Kindertagesstätte abmeldeten, wenn die Familie in finanzielle Nöte gerate.
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