Gemeinsam für bessere Bildung - Ausbau der Schulsozialarbeit

"Um allen Kindern bessere Bildungschancen zu verschaffen, vor allem aber um junge Menschen, die in schwierigen Lebensverhältnissen aufwachsen, besser und wirksamer unterstützen zu können, sollen die Schulen und die verschiedenen Angebote der Jugendhilfe im Land künftig noch enger miteinander und mit den Familien der Schülerinnen und Schüler zusammenarbeiten." Diese Zielvorgabe unterstrichen Bildungs- und Jugendministerin Doris Ahnen und der Direktor des Deutschen Jugendinstituts (DJI), Prof. Dr. Thomas Rauschenbach heute bei der Fachtagung "Gemeinsam Kinder und Jugendliche fit machen für die Zukunft", die das Landesjugendamt in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Frauen und Jugend im Erbacher Hof veranstaltete.

26.01.2006 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Bildung findet nicht nur in der Schule statt. An Bildung und Erziehung sind vielmehr neben den Familien, den Kindertagesstätten und den Schulen noch eine ganze Reihe weiterer Institutionen beteiligt, die eng kooperieren und dabei ihre Kompetenzen auf unterschiedlichen Feldern zum Wohl von Kindern und Jugendlichen einbringen sollten", sagte Doris Ahnen. Gemeinsam mit Prof. Rauschenbach betonte die Ministerin, gerade auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Jugendhilfe, also für Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie die pädagogischen Fachkräfte der verschiedensten Organisationen, die sich in der Beratung, Betreuung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen engagierten, sei die enge Abstimmung mit anderen Erziehungsinstitutionen wichtig.

Rauschenbach hob dabei vor allem auf die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen ab, die heute Bildung und Erziehung beeinflussen. Zum einen müsse auf das breiter gewordene Spektrum der familiären Konstellationen, das zudem insgesamt gesehen an Stabilität verliere, reagiert werden. Zum anderen gelte es, die sehr deutlich ausgeprägten negativen Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und individueller Zukunft – also unter anderem den Chancen auf Bildungserfolg sowie auf gesellschaftliche Teilhabe – abzubauen. "Verbesserte Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote in den ersten Lebensjahren sowie Ganztagsangebote im Schulalter können eine Chance sein, das Nebeneinander der Erfahrungs- und Lebenswelten, Lernformen und Lerninhalte zu überwinden und somit auf die beiden benannten Herausforderungen zu reagieren", sagte Rauschenbach, der auch Vorsitzender der Sachverständigenkommission für den 12. Kinder- und Jugendbericht war. Er folgerte: "Die Bildungspolitik muss aktuell vor allem zwei Herausforderungen meistern. Es muss zum einen darum gehen, Bildungsprozesse von Anfang an zu unterstützen, zum anderen Ganztagsschulen darin zu unterstützen, dass sie an der Devise ´mehr Bildung´ und nicht ´mehr Schule´ ausgerichtet sind."

Bei der Intensivierung der Kooperationen zwischen Schulen und außerschulischen Partnern könne Rheinland-Pfalz auf einer guten Basis aufbauen, stellte Bildungs- und Jugendministerin Ahnen fest, und wurde dabei von dem DJI-Direktor unterstützt. So habe nicht nur im Rahmen des bundesweit beachteten Landesprogramms zum Ausbau von Ganztagsschulen diese Zusammenarbeit einen neuen Stellenwert erhalten. Zudem, so betonte Doris Ahnen, hätten im Herbst 2005 zudem Bildungs- und Sozialministerium mit einer förmlichen Vereinbarung der Kooperation von Schule und Jugendhilfe einen festen und verlässlichen Rahmen gegeben. Die Vereinbarung regle die gemeinsamen Handlungsfelder von Schule und Jugendhilfe, die Gestaltung der Kontaktaufnahme im Einzelnen und die Institutionalisierung von gemeinsamen Fallberatungen zwischen Schule und Jugendhilfe. "Bezieht man die verstärkte Kooperation von Schule und vorschulischer Bildung und Erziehung durch die jüngsten Änderungen von Schulgesetz und Kindertagesstättengesetz sowie durch das Landesprogramm ,Zukunftschance Kinder – Bildung von Anfang an´ mit ein, so zeigt sich, dass die Landesregierung insgesamt auf breiter Front die Kooperation der verschiedenen Bildungs- und Erziehungsinstitutionen unterstützt und stärkt", hielt die Bildungs- und Jugendministerin fest.

Ein besonderes Beispiel dafür sei der stetige und gezielte Ausbau der Schulsozialarbeit in den vergangenen Jahren, der die Vernetzung von Schule und Jugendhilfe entscheidend vorangebracht habe. "Das Programm ,Schulsozialarbeit an Hauptschulen´, das die Landesregierung 1994 mit einem ersten Projekt an der Barbarossa-Hauptschule in Kaiserslautern gestartet hat, ist zu einem äußerst erfolgreichen Kooperationsmodell von Schule und Jugendhilfe geworden und wird ständig weiterentwickelt", sagte die Bildungs- und Jugendministerin. Allein 2005 sei die Zahl der Standorte von allgemein bildenden Schulen, die Unterstützung durch Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter erhalten, von 46 auf jetzt 63 Schulen gestiegen. Bei den Berufsbildenden Schulen (BBS) im Land sei an allen 48 Schulstandorten mit einem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) Schulsozialarbeit verankert. Mit besonderem Blick auf die schwierige Situation, der sich vor allem die Berufsfachschule I (BFS I) bei der Erfüllung ihres besonderen Förderauftrags in der berufsbezogenen Qualifizierung auch von leistungsschwächeren Jugendlichen gegenübersehe, erhielten nach einer Entscheidung aus dem Herbst 2005 zudem landesweit 18 BFS I-Schulstandorte ebenfalls Unterstützung durch Schulsozialarbeit.

Anlage:

Meldung + Liste der Standorte von Schulsozialarbeit an allgemein bildenden Schulen (im .pdf-Format).


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