Gesellschaftliche Veränderungen fordern neue Entwicklungen der Kindertageseinrichtungen
In den Jahren nach PISA wird vor allem dem Thema der frühkindlichen Bildung eine höhere Aufmerksamkeit zu Teil. Im Zuge der gesellschaftlichen Veränderungen haben sich die Anforderungen an Kindertageseinrichtungen systematisch verändert und erweitert. Obwohl die Wissensvermittlung an Kinder im Vorschulalter einen immer höheren Stellenwert bekommt, findet das Thema faktisch noch keine ausreichende Bedeutung. Daher wird sich ein Themenschwerpunkt der didacta 2007, der größten Bildungsmesse Europas, ausschließlich mit der Bildungsvermittlung in der Elementarstufe beschäftigen.
29.01.2007 Pressemeldung didacta - die BildungsmesseSo werden während der Bildungsmesse, die von Dienstag, 27. Februar bis Samstag, 3. März in Köln stattfindet, zahlreiche Experten auf der Sonderschau "Bildung ist mehr als Schule" den Blick darauf lenken, dass es neben der Schule andere informelle Bildungsprozesse und damit weitere Beteiligte gibt, die wesentliche, aber bisher wenig beachtete Bildungsleistungen erbringen. Die Sonderschau bietet durch die Präsentation von Einrichtungen, die als Kinder- und Familienzentren tätig sind, einen unmittelbaren Erfahrungsaustausch mit den beteiligten Erzieherinnen, Erziehern und den verantwortlichen Entscheidungsträgern.
Beteiligt sind hieran unter anderem: Einrichtungen des "Blauen Elefanten" aus Essen. Der "Blaue Elefant" ist ein Qualitätssiegel für Kinderhäuser im Kinderschutzbund und wurde bisher an 22 Kinderhäuser verliehen. Die "Blauen Elefanten" aus Essen gelten als erste zukunftsweisende Modelleinrichtung Nordrhein-Westfalens. Außerdem dabei, die KölnKitas gGmbH, die in Köln ihre Einrichtungen auf dem Weg zu Familienzentren begleitet und Waldorfkindergärten, die sich aufgrund ihres Selbstverständnisses als Familienzentren verstehen. Mit der Beteiligung des Deutschen Jugendinstitutes (DJI) stehen Interessierten Ergebnisse und Erfahrungen aus Forschungen und bisher dokumentierter Praxis zur Verfügung.
Am Donnerstag, 1. März lädt der Landschaftsverband Rheinland ab 10.00 Uhr zum Entscheidertag im Rahmen der didacta. Unter dem Motto "Stark im Netzwerk - Familienzentren in NRW" diskutieren Experten die Pilotprojekte des Landes Nordrhein-Westfalen. In diesen Projekten öffnen sich 251 Kindertageseinrichtungen mit fachlicher Unterstützung und wissenschaftlicher Begleitung zu mehr Familienorientierung. Die Vernetzung mit Angeboten der Familienbildung und -beratung, sowie eine verbindliche Kooperation mit anderen sozialen Diensten stehen im Zentrum der Diskussion über die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen. Eröffnet wird der Entscheidertag von Prof. Dr. Dr. Dr. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbandes e. V., sowie von Udo Molsberger, Direktor des Landschaftsverbandes Rheinland im Rheinsaal des Congress-Centrums Nord der Koelnmesse. Die politischen Standpunkte beleuchtet Armin Laschet, Minister für Generationen, Familien, Frauen und Integration ab 10.15 Uhr.
Zusätzlich bietet das "Forum Elementarstufe/Kindergarten" des Didacta Verbandes eine offene Gesprächsrunde an. Hierbei geht es um den Dialog mit der Praxis: "Zentren für Kinder und Familien - ein Modell oder die Bildungsorte der Zukunft?" Die Gesprächsrunde findet am Mittwoch, 28. Februar von 14.00 bis 16.00 Uhr im Congress-Centrum Nord, Konrad-Adenauer-Saal statt. Mit den Familienzentren will NRW Kindertagesstätten unterstützen, erweiterte Aufgabenstellungen wahrzunehmen. Damit wird eine Entwicklung aufgegriffen, die im Kern immer schon Bestandteil der Arbeit von Tageseinrichtungen war. Durch die vorgesehene Kooperation mit anderen Leistungsträgern, vor allem mit der Familienberatung und der Familienbildung, können jedoch neue Wege beschritten werden. Das Land NRW hat zunächst begonnen, ab Mai 2006 mit 251 Pilotprojekten Erfahrungen für die weitere Umsetzung zu sammeln. Im Sommer 2007 sollen weitere 750 Einrichtungen in das Projekt einbezogen und dann auch mit zusätzlichen Mitteln gefördert werden. Eine sinnvolle Entwicklung, die unter anderen Bezeichnungen auch in anderen Bundesländern gefördert wird - etwa die Eltern-Kind-Zentren in Brandenburg - und die unter dem Begriff Mehrgenerationenhaus auch durch das Bundesjugendministerium auf den Weg gebracht worden ist. Allerdings werden aus der Praxis zusätzliche Anforderungen an die Ausgestaltung von Familienzentren gestellt.
Außerdem erwartet die Besucher der didacta wieder die interessante Reihe der KiGa-Seminare. Die Podiumsdiskussion "Kinder sind unser wertvollstes Gut" eröffnet die Seminare am Dienstag, 27. Februar, um 11.30 Uhr. Die Referenten und Experten werden ihre Seminare in verschiedene Bildungsbereiche unterteilen. Mit den KiGa-Seminaren hat sich die didacta als eine der wichtigsten Fortbildungsveranstaltungen für Erzieherinnen und Erzieher etabliert. In diesem Jahr stehen an den fünf Messetagen mehr als 80 Veranstaltungen auf dem Programm, die den Teilnehmern wissenschaftlich fundierte Informationen und praktische Anregungen für ihre tägliche Arbeit vermitteln.
Darüber hinaus bietet der Angebotsbereich "Kindergarten" während der didacta 2007 noch viele weitere Neuheiten aus der Branche. Von frühkindlicher Erziehung über Qualität im Kindergarten, Qualifikation des Kindergartenpersonals bis hin zu integrativen Betreuungsangebote und Medienerziehung.
Keine Kommentare vorhanden