GEW fordert kleinere Gruppen in Kindertagesstätten
Vor fast 500 Erziehungsfachkräften aus den Kindertagesstätten des Landes forderte der Vorsitzende der GEW Rheinland-Pfalz, Klaus-Peter Hammer, die pädagogischen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen zu verbessern. "Die Gruppen in Kindertagesstätten sind teilweise entschieden zu groß. Insbesondere bei Aufnahme zweijähriger Kinder mit ihren starken Bedürfnissen nach Beziehung, Pflege und gemeinsamer Aktivität brauchen wir deutlich kleinere Gruppen", so der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft. Eine zeitnahe Verbesserung sei insbesondere im Hinblick auf den bevorstehenden Rechtsanspruch aller zweijährigen Kinder ab dem Jahr 2010 und den letzte Woche auf Bundesebene beschlossenen Rechtsanspruch für einjährige Kinder ab dem Jahr 2013 wichtig. Für seine Forderung erhielt Hammer breite Zustimmung von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern, die heute auf Einladung der GEW in den Räumen der Universität Koblenz an einer ganztägigen Fortbildungsveranstaltung zum Thema Zweijährige in Kindertagesstätten teilnahmen.
01.10.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzSchon ohne die Aufnahme von Kindern unter drei Jahren sei die Erzieher-Kind-Relation nicht geeignet und in Anbetracht der hohen Ansprüche aus den Bildungsund Erziehungsempfehlungen dringend verbesserungsbedürftig. Ansonsten sei der Erfolg der Bildungsreformen in Frage gestellt.
"Eine qualifizierte Sprachförderung oder individuelle Förderungen können nicht erfolgreich stattfinden, wenn in Gruppen mit 25 Kindern gearbeitet werden muss", sagt Hammer. "Enge Kontakte zwischen Erziehungsfachkräften, Eltern und Grundschulen sowie die Erarbeitung der konzeptionellen Grundlagen sind mit dem Personalschlüssel, wie wir ihn leider vielerorts vorfinden müssen, nicht leistbar."
Neben der Reduzierung der Gruppen will die GEW auch eine Verbesserung der personellen Ausstattung der Kindertagesstätten erreichen. Vordringlich sollten Stundenkontingente für Leitungstätigkeiten bereitgestellt werden. "Wie sollen die Kolleginnen und Kollegen, die eine Kindertagesstätte leiten, ihren Leitungsaufgaben gerecht werden können, wenn für diese Tätigkeit - wie in den meisten Einrichtungen der Fall - gar keine oder nicht ausreichend Zeit im Personalschlüssel vorgesehen ist?", fragte Hammer.
Während die Erziehungsfachkräfte weiterhin sehr motiviert an neuen pädagogischen und organisatorischen Konzepten arbeiteten, um zukünftig mehr kleinere Kinder aufnehmen und erfolgreich betreuen zu können, sieht die GEW das Land und die Träger von Kindertagesstätten in der Pflicht. Diese müssten umgehend die rechtlichen und finanziellen Voraussetzungen schaffen, um kleinere Gruppen und zusätzliches Personal zu ermöglichen. Schließlich würden in der frühkindlichen Bildung die Grundsteine für die gesamte weitere Bildungsbiografie eines Kindes gelegt.
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