Jürgen Schreier zur OECD-Studie "Bildung auf einen Blick": Saarländische Bildungsoffensive für Kindergärten und Grundschulen erhält Rückenwind

Den durch die neue OECD-Studie hervorgehobenen Handlungsbedarf beim frühen Lernen im Kindergarten und in der Grundschule wertet Kultusminister Jürgen Schreier als eine Bekräftigung der saarländischen Bildungsoffensive im Elementar- und Primarbereich. Gerade dort habe das Saarland nachhaltig investiert. Kritik übte Schreier an der mangelnden Objektivität der Veröffentlichungen Schleichers. Sie stellten vor allem die Punkte in den Vordergrund, die Deutschland schlecht aussehen lassen.

14.09.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

In Bezug auf die Leistungen der Landesregierung verwies der Minister auf die Freistellung des dritten Kindergartenjahres von den Elternbeiträgen - eine Initiative, die bisher deutschlandweit einmalig ist und die Grundlage für mehr Chancengleichheit für Kinder aus bildungsärmeren Elternhäusern darstellt.

Darüber hinaus hob Jürgen Schreier das neue Bildungsprogramm für Kindergärten, die Verbesserung der Erzieherinnenausbildung, die jetzt mit der Fachhochschulreife abschließt, und das Sprachkompetenztraining "Hören, Lauschen, Lernen" hervor. Zudem habe das Saarland bundesweit die meisten zweisprachigen Kindergärten.

Durch die Initiative "Bessere Grundschule" hätten die Grundschüler jetzt fünf Stunden mehr Unterricht, so der Minister weiter. Im Programm "Früh Deutsch lernen" verbesserten die Kinder ihre Deutschkenntnisse, um erfolgreich am Schulunterricht teilnehmen zu können. Seit dem Jahr 2000 seien zudem in den dritten Klassen Orientierungsarbeiten als wichtige Diagnoseinstrumente eingeführt.

Insgesamt habe die Landesregierung den Anteil des Bildungshaushaltes am Gesamthaushalt in ihrer ersten Legislaturperiode von 22,7 auf 25 Prozent gesteigert. Damit gebe das Saarland ein Viertel seines Gesamthaushaltes für Bildung aus.

Obwohl viele Kritikpunkte des OECD-Berichts Wasser auf die Mühlen saarländischer Bildungspolitik sind, äußerte sich Schreier kritisch gegenüber Schleichers Bildungsberichterstattung. So schlecht, wie Herr Schleicher das deutsche Bildungswesen darstelle, sei es nämlich bei Weitem nicht. Es sei deshalb an der Zeit, dass Herr Schleicher endlich einmal auch die positiven Seiten des deutschen Bildungswesens im internationalen Vergleich herausstelle.

Im Übrigen hätten weder er noch Frau Bulmahn irgendeine Verantwortung für die Schulpolitik in den Ländern der Bundesrepublik. Aus dieser Zuschauerposition heraus ließen sich deshalb die Spieler leicht auspfeifen. Das deutsche Bildungswesen immer wieder durch permanente Katastropheninszenierungen in ein schwaches Licht zu rücken, komme vielleicht bei den Medien gut an, wirke sich aber auf Dauer negativ auf die Motivation derer aus, die sich nachhaltig um Verbesserung bemühen. Die ständige Wiederholung von Negativem berge die Gefahr in sich, dass es letztlich erst gar nicht mehr richtig gehört werde. Das aber würde genau das Gegenteil dessen bewirken, was der PISA-Schock positiv in Gang gesetzt habe. Abschließend betonte Schreier, das deutsche Bildungssystem brauche keine neue Strukturdebatte, wie Schleicher sie permanent anzukurbeln versuche. Wichtig seien vielmehr eine Verbesserung der Qualität in den vorhandenen Strukturen und eine innovative, nachhaltige Qualitätssicherung. Diese Elemente seien von entscheidender Bedeutung, um das deutsche Bildungssystem wieder nach vorne zu bringen.


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