Kinderbildungsgesetz NRW

KiBiz - U3 Ausbau erfordert mehr Personal

04.09.2011 Artikel

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Zur Sicherung der Betreuung von Kindern unter 3 Jahren wird mehr Personal in NRW benötigt. Dies hat die zuständige Ministerin gegenüber RPonline am 29.8.2011 bestätigt. "Wir brauchen viele junge Menschen, die sich für den wichtigen Beruf als Erzieherin und Erzieher interessieren", erklärte sie und verwies darauf, dass das Land NRW zu diesem Zweck in den Jahren 2011 und 2012 jeweils 1.000 Stellen für Berufspraktikanten mit je 8.500 Euro fördere.

Kommentar:

Es ist gut, dass die Notwendigkeit, mehr Menschen für eine Tätigkeit im Elementarbereich zu gewinnen, in der Landesregierung angekommen ist. Die Notwendigkeit, für eine nachhaltige Verbesserung zu sorgen wurde zuletzt durch die im August 2011 veröffentlichte Studie des Deutschen Jugendinstitutes ausdrücklich bestätigt. Für NRW wurde dabei bis zum Jahr 2013 eine Deckungslücke von 7.000 Fachkräften berechnet. Angesichts der Annahme der Landesregierung, dass im Jahr 2013 zur Erfüllung des Rechtsanspruchs für Kinder unter 3 Jahren nur eine Quote von 32 % erfüllt sein muss, während tatsächlich bundesweit von eine Bedarfsquote von 39 % ausgegangen wird und eine Umfrage im Auftrag des Deutschen Städte- und Gemeindebundes sogar von eine Nachfragequote von 66 % ermittelt hat, müssten nicht nur mehr Plätze, sondern auch mehr qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zwei Jahren zur Verfügung stehen. Die Zahl der zusätzlich zu gewinnenden Mitarbeitenden liegt noch höher, wenn der Mitarbeiterinnen-Kinder-Schlüssel in NRW so verbessert wird, dass er den Bedarfslagen und auch wissenschaftlichen Erkenntnissen über förderliche Bedingungen entspricht.

Vor diesem Hintergrund ist der Verweis auf das Förderprogramm für Berufspraktikanten eine unzulängliche Vertröstung, zumal mit dem Programm überhaupt kein zusätzlicher Platz geschaffen wird. Es werden nur Mittel dafür zur Verfügung gestellt, dass die Absolventinnen des ersten Teils der Ausbildung den für die staatliche Anerkennung erforderlichen berufspraktischen Teil mit einer eher am Tarifvertrag orientierten Vergütung absolvieren können, was durch die Finanzierungsregelung des KiBiz behindert worden war.

Es müsste mehr getan werden, als nur das Berufspraktikum zu sichern, zumal derzeit bereits rd. 1/5 aller Erzieherinnen nach dem ersten Berufsjahr in einen anderen Tätigkeitsbereich abwandern. Die Arbeitsbedingungen müssten insgesamt attraktive werden.

Alleine diese Hinweisen machen deutlich, dass nachhaltige Verbesserungen im Arbeitsfeld erforderlich sind, nicht nur um junge Menschen zu gewinnen, sondern auch zu "halten" und tätige Mitarbeiterinnen zu entlasten, nicht weiter zu überlasten. Dies alles, damit es Kindern besser geht!


Weiterführende Links

  • RP-online 29.8.2011

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