"Kinderbetreuung ist unabdingbar für Vereinbarkeit von Familie und Beruf"

''Nach wie vor ist die Kinderbetreuung - vor allem für die unter Dreijährigen - das A und O für eine gelungene Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Mehr Betreuung ist eine Voraussetzung für mehr Familienfreundlichkeit im Berufsleben.'' Das sagte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt, heute bei der Auftaktveranstaltung zur Gründung des ''Lokalen Bündnisses für Familie'' in Wiesbaden.

15.11.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Dort diskutierten neben den beiden Schirmherren Hildebrand Diehl, Oberbürgermeister von Wiesbaden, und Joachim Nolde, Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden, rund 50 Vertreterinnen und Vertreter von Verbänden, Politik, Unternehmen, Verwaltung, Elternbeiräten, Schulen und Kirchen in Arbeitsgruppen die Zielsetzung und Handlungsfelder des neuen Bündnisses. Das Bündnis will sich vor allem für betriebsgestützte Kinderbetreuung einsetzen.

''Familienfreundlichkeit ist wichtig, denn sie rechnet sich und wird damit zunehmend zu einem Standortfaktor für Unternehmen und Regionen. Deshalb brauchen wir die Zusammenarbeit von allen Beteiligten - und besonders die Mitarbeit der Wirtschaft - um ein familienfreundlicheres Klima zu schaffen'', so Bundesministerin Renate Schmidt. ''Denn nur, wenn es möglich ist, Beruf und Familie zu vereinbaren, werden sich junge Frauen und Männer leichter für Kinder und Familie entscheiden. Ich freue mich deshalb sehr, dass bei dem regionalen Bündnis hier in Wiesbaden so viele und so unterschiedliche Akteure - aus der Wirtschaft, aber auch von den Kirchen, Gewerkschaften, Verbänden und der Verwaltung - zusammen gefunden haben. Ich wünsche dem Bündnis viel Erfolg.''

''Familienfreundlichkeit beginnt immer vor Ort. Wo Familien leben, arbeiten und ihre Freizeit verbringen, wollen sie sich wohlfühlen'', so Oberbürgermeister Hildebrand Diehl. ''Sie brauchen preiswerten Wohnraum und ein gesundes Wohnumfeld. Es ist unsere Aufgabe, dem Abwanderungstrend ins Umland entgegenzuwirken. Ziel städtischen Handelns ist es, Vätern und Müttern eine selbstständige Existenzsicherung zu bieten. Wir werden besondere Anstrengungen unternehmen müssen, die Arbeitsplätze zu erhalten, die Familien als Lebensgrundlage brauchen. Mit der Ausweisung neuer Gewerbegebiete und einer aktiven Ansiedlungspolitik wollen wir zusätzlich neue Unternehmen gewinnen und damit neue Arbeitsplätze schaffen.''

''Der Konflikt, Familie und Beruf zu vereinbaren, wird bislang noch zu wenig berücksichtigt - obwohl er sich bei vielen jungen Müttern und Vätern stellt'', sagte Joachim Nolde, Hauptgeschäftsführer der IHK Wiesbaden. ''Immer wieder werden Unternehmen mit dem Problem konfrontiert, dass gerade junge, hoch qualifizierte Frauen für den Arbeitsmarkt ausfallen, da die Betreuung ihrer Kinder nicht geregelt werden kann. Gelingt der schwierige Spagat zwischen Beruf und Familie nicht, so kommt es schnell bei den Erwerbstätigen zur Frustration auf Kosten der Leistungsfähigkeit und des Betriebsklimas. Das Lokale Bündnis für Familie in Wiesbaden ist deshalb eine prima Idee, um die bestehenden Einrichtungen für Familien besser zu vernetzen, die Angebote transparenter zu machen und bestehende Lücken zu schließen.''

Die Bündnisgründung in Wiesbaden geht auf die Initiative der IHK Wiesbaden einerseits und der kommunalen Frauenbeauftragten andererseits zurück. Die Frauenbeauftragte und die IHK arbeiten bereits seit Sommer 2004 zusammen. Fünf Arbeitsgruppen beschäftigen sich mit den Themen Arbeitswelt, Bildung, Gesundheit, Wohnumfeld und Familienrollen. Ein besonderer Schwerpunkt des Bündnisses soll auf der betriebsgestützten Kinderbetreuung liegen: Mit mehreren Unternehmen in Wiesbaden besteht schon Kontakt mit dem Ziel, in einem Gewerbegebiet eine betriebsübergreifende, arbeitsplatznahe Kinderbetreuung zu realisieren.

Bei der Auftaktveranstaltung gaben 18 Institutionen und Gruppen mit einem ''Markt der Möglichkeiten'' beispielhaft Einblick in ihre familienfreundlichen Angebote. Diese reichen von Freizeitangeboten für Kinder, Aktivitäten mit Jugendlichen im Rathaus, über einen Großelternservice, Tagespflege für Kinder und Ganztagsangebote in Schulen, Erziehungsberatung für Eltern, Angebote für selbständiges Leben im Alter bis zu Väterangebote in den Familienbildungsstätten. Das Bündnis will sich vor allem für ein neues ''Kita Modell Wiesbaden'', eine von mehreren Unternehmen zusammen gestützte Kinderbetreuung, einsetzen.

Die Bundesinitiative ''Lokale Bündnisse für Familie'' ist von Bundesministerin Renate Schmidt im Januar 2004 gegründet worden. Ziel ist es, familienfreundliche Strukturen auf lokaler Ebene mit Hilfe aller gesellschaftlichen und politischen Gruppen zu stärken, bestehende Initiativen zu vernetzen und auszubauen. Dabei geht es zum Beispiel um die Anpassung der Öffnungszeiten von Ämtern, Unternehmen und öffentlichem Nahverkehr oder um den gemeinsamen Ausbau von Kinderbetreuungsmöglichkeiten. 94 Bündnisse haben bereits ihre Arbeit aufgenommen, an rund 220 Standorten berät das Servicebüro des Bundesministeriums.

Weitere Informationen zu den Lokalen Bündnissen finden Sie im Internet unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de oder unter der Servicenummer 0180-52 52 212.


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