Kindertag: Wo stehen die Kinder im Mittelpunkt?

Obwohl der Kindertag am 1. Juni nur ein inoffizieller Feiertag ist, hat sich Kultusminister Prof. Goebel im Vorfeld des Tages wiederum zu einer Politik, die nicht im Sinne der Kinder handelt, bekannt. Der Kultusminister hat in einem Radiointerview angekündigt, dass er die Hortbetreuung als Teil der Schule aufgeben will.

31.05.2006 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen

Damit wendet sich das Kultusministerium nicht nur gegen den Willen einer Mehrheit der Eltern und Pädagogen, sondern auch gegen die neuesten Erkenntnisse aus dem 12. Kinder- und Jugendbericht", merkt Jürgen Röhreich, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Thüringen (GEW), an. "Anstatt Vorreiter und Vorbild für die anderen Bundesländer zu sein und die Horte an den Grundschulen zu stärken, zieht es Thüringen vor, mit einer Rolle rückwärts eine fragwürdige Angleichung West zu vollziehen."

Dabei hätte der Kultusminister gute Argumente, um den bisherigen Weg zu verteidigen, denn der 12. Kinder- und Jugendbericht weist unter anderem darauf hin, dass:

  • im Osten 41 % aller Kinder Einzelkinder sind (im Westen 29 %), weshalb es hier noch stärker nötig ist, in Kindertagesstätten und Grundschulen mit Horten Kindern den Erfahrungen mit anderen Kindern zu bieten,
  • das vernetzte und verbindliche Zusammenspiel der unterschiedlichen Bildungsakteure unbedingt nötig ist.
  • Gleichzeitig kritisiert der Bericht, dass bei Ganztagsschulen oft eine Zweiteilung erkennbar ist, wenn der Nachmittagsbereich von einem außerschulischen Träger organisiert wird.

Die GEW fragt deshalb: "Warum will Thüringen dann genau diese Trennung von Grundschule und Hort einführen?"

Volksbegehren unterstützen

Die Familienoffensive treibt die Abschaffung der Grundschulhorte voran und schafft erheblich schlechtere Rahmenbedingungen in den Kindertagesstätten. Deshalb fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft auf diesem Weg alle Bürgerinnen und Bürger des Freistaates Thüringen auf, das "Volksbegehren für eine bessere Familienpolitik" aktiv zu unterstützen.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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