Kita

Demografischer Wandel als Chance – oder Sparinstrument?

Mit Blick auf die am 12. Mai 2026 wohl letztmalig tagende Kommission zur Kindergartenfinanzierung stellt die GEW Thüringen fest: Die Thüringer Kindergartenlandschaft braucht ein verbindliches und tragfähiges Finanzierungs- und Qualitätskonzept – und das schnell.

07.05.2026 Thüringen Pressemeldung GEW Thüringen
  • An einer Garderobe in einer Kita hängen Rucksäcke von Kindern. © Adobe Stock Die GEW warnt davor, dass der demografische Wandel als Begründung für Einsparungen genutzt wird und fordert eine klare Priorität für Qualität.

Entwicklungen wie in Erfurt (Beanstandung des Stadtratsbeschlusses für ein Kita-Moratorium), in Suhl (Fusion von Kindergärten) und in Gera (Schließungen von Einrichtungen) zeigen, dass derzeit konzeptionelle und koordinierende Impulse fehlen und die Städte und Gemeinden größtenteils ratlos auf die demografische Entwicklung und ihre Konsequenzen für die Infrastruktur der frühkindlichen Bildung blicken.

Die Kindergarten-Politik in Thüringen steht vor einer Richtungsentscheidung – und die Konflikte verschärfen sich zunehmend. Während der Gemeinde- und Städtebund auf Kostendämpfung und effizientere Steuerung drängt, fordern Praxisvertreter:innen wie die GEW Thüringen verbindliche Investitionen in Qualität, stabile Arbeitsbedingungen und den Erhalt von Arbeitsplätzen.

Die GEW warnt davor, dass der demografische Wandel als Begründung für Einsparungen genutzt wird und fordert eine klare Priorität für Qualität. „Wir brauchen die verbindliche Sicherung von Personal und Qualität. Die Absenkung von Rechtsansprüchen muss verhindert werden und es bedarf klarer Regelungen, die sicherstellen, dass öffentliche Mittel in den Kindergärten ankommen“, so Bettina Löbl, stellvertretende Landesvorsitzende der GEW Thüringen.

Die GEW Thüringen fordert die Landesregierung auf, aus den Diskussionen in der Kommission zur Kindergartenfinanzierung sowie aus den Anhörungen zur Novellierung des Thüringer Kindergartengesetzes folgende Konsequenzen zu ziehen:

Moderierter, landesweiter Anpassungsprozess

Der Thüringer Landkreistag hat in der mündlichen Anhörung zur Kindergartengesetznovelle deutlich gemacht, dass er bereit wäre, diesen Prozess zu moderieren. Wir begrüßen diese Idee.

Zielgerichtete und bedarfsgerechte Steuerungsinstrumente

Die LIGA der Freien Wohlfahrtspflege in Thüringen hat zu ebendieser mündlichen Anhörung den Sozial-Index vorgestellt. Die GEW Thüringen hat dazu bereits 2022 einen Beschluss gefasst und steht für die Entwicklung von zentralen Kriterien für einen funktionierenden Sozial-Index selbstverständlich zur Verfügung.

Bei den Diskussionen um sinkende Kinderzahlen dürfen nicht die Kosten pro Platz im Mittelpunkt stehen – sondern die Qualität der Bildung und die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten. „Gute frühkindliche Bildung ist keine variable Haushaltsgröße, sondern eine zentrale Zukunftsinvestition“, so Bettina Löbl abschließend.

Ansprechpartner

GEW Thüringen

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