KMK-Bildungsbericht: Migrationshintergrund und Bildungserfolg sind gekoppelt

"Wir kennen die schwierige Situation auf dem Lehrstellenmarkt. Deshalb ist es ein zentrales Anliegen dieser Landesregierung, auch leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance in der Arbeitswelt zu ermöglichen", so NRW-Schulministerin Barbara Sommer. Besonders schwierig sei die Situation für Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte. "Seit dem Regierungswechsel 2005 sind wichtige Weichen gestellt worden", so die Ministerin: das Einsetzen der Sprachförderung schon im Kindergartenalter, die landesweite Qualitätsoffensive für die Hauptschulen, die Einführung des Werkstattjahres an den Berufskollegs und die Leseförderung an Hauptschulen und Berufskollegs.

02.06.2006 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Der heute veröffentlichte Bildungsbericht der KMK stellt fest, dass Bildungserfolg und soziale Herkunft über alle Bildungsbereiche hinweg stark gekoppelt sind. Besonders Jugendliche mit Einwanderungsgeschichte seien betroffen.

"Wir haben bereits reagiert", so Ministerin Sommer. Künftig werden die Deutschkenntnisse der Kinder schon mit vier Jahren geprüft. Reichen sie nicht aus für einen erfolgreichen Schulbesuch, gibt es schon im Kindergartenalter verpflichtende Sprachförderkurse.

Die Qualitätsoffensive für die Hauptschule umfasst den Aufbau von Ganztagsschulen mit insgesamt 50.000 vollwertigen Ganztagsplätzen bis zum Jahr 2012 sowie ein neues pädagogisches Konzept. Ziel des neuen Konzeptes ist es, in den ersten drei Jahrgangsstufen der Hauptschule Kernkompetenzen wie Lesen, Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen Schreiben und Rechnen sowie eine Fremdsprache zu stärken. In den Jahrgängen 8, 9 und 10 geht es dann in den Schwerpunkten ganz konkret um Berufsfähigkeit und berufliche Praxis. "Wir legen eine solide Grundlage an Allgemeinbildung. Partner aus Jugendhilfe, Wirtschaft und Handwerk garantieren dann, dass ein echter Bezug zwischen Schule und Arbeitswelt entsteht ", so Ministerin Sommer.

Das 2005 von der neuen Landesregierung eingeführte "Werkstattjahr" richtet sich vorrangig an Jugendliche, die noch keinen Ausbildungsplatz gefunden haben. Es verbindet Unterricht im Berufskolleg und eine praktische Unterweisung in Werkstätten freier Träger mit einem obligatorischen Betriebspraktikum.

Um die Betriebe zur Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen zu bewegen, gibt es künftig flexiblere Möglichkeiten für den Berufsschulunterricht, wie zum Beispiel den Unterricht auf einen Tag in der Woche zu konzentrieren. Dies ist Teil des Ausbildungskonsenses, den die neue NRW-Landesregierung in gemeinsamer Anstrengung mit Arbeitgebern und Gewerkschaften ausgehandelt hat.

Dazu kommen Projekte der Leseförderung, die gezielt an Hauptschulen und Berufskollegs angeboten werden. "Diese Maßnahme stärkt ganz fundamental einen wichtigen Baustein der Allgemeinbildung. Nur wer liest, kann sich die Welt erschließen", so Ministerin Barbara Sommer.


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