Kultusministerin Hohlmeier zieht positive Zwischenbilanz des Projekts "Mama lernt Deutsch"

Eine positive Zwischenbilanz zog Kultusministerin Monika Hohlmeier heute in Regensburg beim Besuch eines "Mama lernt Deutsch"-Kurses. "Mit unserem bundesweit einmaligen Projekt "Mama lernt Deutsch" gelingt es uns in idealer Weise, sprachliche Förderung von Frauen mit Migrationshintergrund und soziale Integration zu verknüpfen", sagte die Ministerin. "Eine immer größere Zahl von jungen Müttern kommt in die Kurse, weil sie sich hier angenommen fühlen und neue Perspektiven für ihr Leben in Deutschland erhalten."

04.04.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

"Mama lernt Deutsch"-Kurse werden in Bayern seit 2003 angeboten. Inzwischen ist die Zahl der Kursangebote auf 100 angewachsen. Das Projekt "Mama lernt Deutsch ? Sprachförderung von Migrantinnen zur Erleichterung des Zugangs zum Arbeitsmarkt" wird durch das Kultusministerium mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds kofinanziert und bietet Frauen mit Migrationshintergrund Sprachunterricht im Schulgebäude oder im Kindergarten parallel zur Unterrichts- und Betreuungszeit ihrer Kinder. Der Volkshochschulverband unterstützt das Sprachförderprojekt als Partner des Freistaats maßgeblich. Fast alle "Mama lernt Deutsch"-Angebote werden von Volkshochschulen gemacht.

"Mama lernt Deutsch" wendet sich in erster Linie an die Mütter schulpflichtiger Kinder. Der Unterricht findet in der Regel ein halbes Jahr lang zweimal wöchentlich vormittags statt. Insgesamt ergibt sich ein Kursumfang von 160 Unterrichtseinheiten. Um den Müttern Berührungsängste zu nehmen, wird der Unterricht gezielt in den Räumen der Schulen und Kindergärten erteilt, die auch die Kinder der Frauen besuchen. Während der Kurszeiten wird zudem eine Betreuung für jüngere Geschwister angeboten.

"Mama lernt Deutsch" ist viel mehr als ein Sprachkurs. Es ist praktische Lebenshilfe", betonte die Ministerin. Das sprachliche Einüben verschiedener Situationen wie beispielsweise eines Arztbesuches erleichtere vielen Kursteilnehmerinnen das Alltagsleben und lasse sie an Selbstbewusstsein gewinnen. Als Kultusministerin freue sie sich besonders über die positiven Wirkungen des Projekts für die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern. "Es hat sich gezeigt, dass die Erziehungspartnerschaft von Schule und Familie mit Hilfe der "Mama lernt Deutsch"-Kurse wesentlich besser gelingt", sagte Hohlmeier.

Die besondere Bedeutung der Integration unterstrich K. Heinz Eisfeld, Vorsitzender des Bayerischen Volkshochschulverbandes (bvv): "Sprachförderung ist ein notwendiger Schlüssel zur Integration. Mit den "Mama lernt Deutsch"- Kursen helfen wir mit, dass es leichter wird, die richtigen Türen zueinander aufzusperren."

Positiv bewertete auch der Regensburger Oberbürgermeister Hans Schaidinger das Angebot. "Das Projekt "Mama lernt Deutsch" hat sich in Regensburg bisher als großer Erfolg erwiesen. Die Tatsache, dass Mütter an der Schule ihrer Kinder zeitgleich am Vormittag unterrichtet werden, hat zu einer stärkeren Identifizierung mit der Schule geführt", bestätigte Schaidinger. "Vorhandene Schwellenängste konnten verringert, das Verhältnis zu den Lehrkräften verbessert werden". Der Stadt Regensburg kommt im Zusammenhang mit der Verbreitung des Projekts eine Vorreiterrolle zu, da die vhs Regensburg bereits im Winter 2003/2004 mit zwei Kursen in die Testphase einstieg. Seither liefen in Regensburg insgesamt sieben Kurse, weitere Anfragen liegen vor.

Die Ministerin kündigte an, dass bereits vom kommenden Sommersemester an auch Aufbaukurse angeboten werden, die den Schwerpunkt noch stärker auf die berufliche Orientierung der Frauen legen. Um das Konzept zu evaluieren und weiterzuentwickeln, werden "Mama lernt Deutsch"-Kurse künftig wissenschaftlich begleitet.


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