Landesweite Streiks in den Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz
In vielen kommunalen Kindertagesstätten in Rheinland-Pfalz wurde heute nicht gearbeitet. Hunderte Erzieherinnen und Erzieher im ganzen Land sind dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt und nahmen an den Warnstreiks im öffentlichen Dienst teil.
20.02.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung GEW Rheinland-PfalzNachdem in der vergangenen Woche auch die dritte Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten des Bundes und der Kommunen ohne Ergebnis geblieben sind, haben die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes für den heutigen Mittwoch zu Warnstreiks in den Kindertagesstätten aufgerufen, um den Forderungen nach 8 Prozent Gehaltserhöhung, mindestens aber 200 Euro mehr, bei einer tariflichen Laufzeit von einem Jahr für die Beschäftigten Nachdruck zu verleihen. In einigen Städten und Gemeinden, z.B. in Wittlich und Wörrstadt, wurden die Kindertagesstätten komplett oder überwiegend bestreikt, zum Teil sind Notdienste eingerichtet worden.
Rund 400 Erzieherinnen und Erzieher sind mit von der GEW organisierten Bussen oder privat nach Mainz angereist und haben sich im Streikbüro der GEW im DGBHaus in der Kaiserstraße in die Streiklisten eingetragen. Bund und Kommunen haben 4 Prozent Tabellenlohnerhöhung und 1 Prozent Erhöhung des Leistungsentgelts angeboten, aber gestreckt und in mehreren Schritten über 24 Monate, sowie die Erhöhung der Arbeitszeit von derzeit 38,5 auf 40 Wochenstunden. "Die Beschäftigten sollen bei dem so genannten Arbeitgeberangebot noch drauflegen. Die geforderte Erhöhung der Arbeitszeit frisst die angebotene Lohnerhöhung mehr als auf", erklärte Ilse Schaad, im GEW-Hauptvorstand für Tarifpolitik zuständiges Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands auf der Kundgebung der GEW im DGB-Haus. Die Stimmung bei den Erzieherinnen sei gereizt. Die Beschäftigten erwarteten spürbare Lohnzuwächse und lehnten das Arbeitgeberangebot als Zumutung ab. Die qualifizierte Arbeit der Erzieherinnen sei mehr wert, als die Arbeitgeber bisher zahlen. Auch die Eingruppierung neu eingestellter Erzieherinnen und Erzieher spiele in der laufenden Tarifrunde eine Rolle.
Anschließend zogen die Streikenden in einem Demonstrationszug vom DGB-Haus zum Deutschhausplatz, dem Sitz des Kommunalen Arbeitgeberverbandes Rheinland- Pfalz, wo sie an einer Kundgebung mit der Gewerkschaft ver.di teilnahmen.
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