Machen Computerspiele schlau?
(bikl) Computerspiele machen uns schlauer, schreibt der Autor Steven Johnson in seinem neuen Buch "Everything Bad Is Good For You", mit dem er bereits in den USA für viel Aufsehen sorgte. Sein Argument: Bei den meisten Spielen gehe es um viel mehr als lediglich darum, viele Knöpfe zu drücken oder auf Dinge zu schießen. Sie seien weitaus anspruchsvoller. Eine These übrigens, die die Besucher der Games Convention in dieser Woche in Leipzig überprüfen können. Im Family Bereich der Messe nämlich können Eltern und Kinder empfehlenswerte Lern- und Spiele-Software ausprobieren. Erfahrene Medienexperten und Studenten der Universität Leipzig stehen auch jungen und unerfahrenen PC-Spielern beratend für einen sicheren Umgang mit den neuen Medien zur Seite.
18.08.2005 ArtikelFür alle, die nicht selbst vor Ort testen können hat bildungsklick.de hier einige empfehlenswerte Titel für junge PC-Spieler zusammengestellt. Auch für solche, die sich noch im Vorschulalter befinden. Denn anspruchsvolle und spannende Unterhaltung am PC gibt es schon für die Jüngsten und selbst Jugendliche können ganz ohne Ballerei aufregende, unterhaltsame und sogar lehrreiche Stunden am PC verbringen.
Vorschule
Natur entdecken - Käfer, Kröte & Co.
Kinder wollen vieles wissen, etwa: Hat ein Frosch auch Knochen oder wie funktionieren die Flügel eines Marienkäfers? Mit der Scheibe "Natur entdecken - Käfer, Kröte & Co." können sie sich jetzt als Naturforscher erproben und dabei - ganz friedlich und ohne Skalpell - den Frosch bis auf die blanken Knochen "ausziehen" oder den Werdegang einer Kaulquappe beobachten. In diesem Spiel wurde viel Wert auf nette Details und kindgerechte Menüführung gelegt. So verwandelt sich der Mauscursor je nach Thema in einen Marienkäfer oder eine Kaulquappe. Neben diesen Lern- und Informationsangeboten wartet die Scheibe außerdem mit etlichen Spielen auf: Da braucht der Marienkäfer unbedingt seine Punkte und die Vogelbabys müssen dringend gefüttert werden. Fürs Spielen außerhalb des PCs gibt's Bilder zum Ausmalen. Ein ruhiges und liebevoll gestaltetes Programm fürs allererste Klicken ab vier Jahren.
Terzio, für PC & Mac, empf. Preis 15 Euro, ab 4 Jahren
Oscar der Ballonfahrer entdeckt Afrika - Die Savanne
Oscar der Ballonfahrer ist bereits vielen Kindern aus seinen diversen Abenteuern bekannt. Entdeckt hat er schon einiges: die Wiese, den Bauernhof oder die Berge. Auch diese Programme können schon von Kindern im Vorschulalter - ab etwa fünf Jahren - gespielt werden, bergen aber auch reichlich Stoff für Grundschulkinder. Diesmal reist Oscar nach Afrika. Dort will er sich nämlich selbst davon überzeugen, ob all das, was Balthasar Pumpernickel behauptet, wahr ist. Schlafen Krokodile wirklich auf Bäumen? Und haben Elefanten scharfe Zähne? Die Antworten auf seine vielen Fragen bekommt er direkt von den Experten, nämlich den Tieren selbst.. Im Quiz können die Kinder dann ihr Wissen überprüfen. Als Belohnung für die richtigen Antworten gibt es jede Menge Spiele. Da geht es um schnelle Läuse, komplizierte Schatten oder schwierige Labyrinthe. Mit der neusten Scheibe aus der preisgekrönten Oscar-Reihe hat der Verlag wieder einen gekonnten Spiel- und Wissensmix vorgelegt.
Tivola, CD-ROM für PC, empf. Preis 25 Euro, ab 5 Jahren
Grundschule
Das Sams - Abenteuer mit der Wunschmaschine
Dumm gelaufen: Das Sams hat keine Wunschpunkte mehr und gerade jetzt braucht Martin Taschenbier dringend eine gute Mathe-Note. Aber es kommt noch schlimmer: Statt Autos fahren Betten über die Straße, Kühe schweben in der Luft, das Schwimmbad ist zugefroren und irgendjemand macht sich wohl einen Spaß mit der Wunschmaschine. Die Spieler müssen alles wieder in Ordnung bringen und unbedingt die Wunschmaschine finden. Das Sams hilft gern. Einzige Bedingung: Es bekommt regelmäßig neue Würstchenenergie. Die zwanzig witzigen und flotten Spiele sorgen für langen Spielspaß mit der beliebten Kinderbuchfigur. Zum Beispiel beim Rasenmähen im Stadtpark, bei einer flotten Fahrt im Doppelbett durch die Straßen der Stadt, beim Schippern im Blechbottich oder beim Seifenstücke-Fangen. Weil sich die Spielanforderungen am Können der Kinder orientieren, haben auch schon Spielanfänger Erfolg und für Spielexperten gibt es echte Herausforderungen.
Oetinger interaktiv, für PC & Mac, 29,90 Euro, ab 6 Jahren
Ballance
Ein einfaches und raffiniertes Spielprinzip: Holz-, Stein und Papierkugeln werden über schiefe Ebenen, enge Stege und Metallschienen in luftiger Höhe balanciert. Ganz realitätsnah gehorchen die drei Balltypen ihren unterschiedlichen physikalischen Eigenschaften. So sind nur Papierbälle leicht genug, um per Ventilator in die Höhe getragen zu werden und Steinkugeln entwickeln eine enorme Geschwindigkeit. Den Balltyp kann man an so genannten Transformatoren ändern, die an verschiedenen Orten des Wolkenlabyrinths platziert sind. Gesteuert wird wie zu "mauslosen" Zeiten: Mit Pfeiltasten, Leer- und Umschalttaste. Ein Spiel, das ohne Vorkenntnisse gestartet werden kann und langen Familienspielspaß garantiert.
Atari, für PC, empf. Preis 15 Euro, ab 8 Jahren
Crazy Machines - Neue Herausforderungen
Es knallt, rattert, pfeift und alles bewegt sich so, wie es soll? Glückwunsch! Denn es ist wahrlich nicht immer leicht, die Teile so anzuordnen, dass die verrückten Maschinen des Professors auch richtig funktionieren. In jedem der 103 Rätsel stellt er den Spielern eine knifflige Aufgabe. Das Ziel: Mit ganz unterschiedlichen Bauteilen wie Katapulten, Solarzellen, Dampfmaschinen, Zahnrädern oder Zündschnüren müssen funktionierende Maschinen konstruiert werden. Im eigenen Labor können die Spieler außerdem ihrer Fantasie freien Lauf lassen und selbst verrückte Maschinen entwerfen. Ein Spiel für clevere Kinder und konstruktionserprobte Erwachsene mit hohem Knobelsuchtfaktor, das obendrein mit einer liebevoll gestalteten 3D-Grafik punktet.
Pepper Games, für PC, 10 Euro, ab 10 Jahren
Sekundarstufe
Richtig ans Eingemachte geht es dann bei diesen Scheiben, die für Kinder ab 12 Jahren beziehungsweise für Jugendliche geeignet sind.Genius Task Force Biologie
Mit Genius Task Force Biologie wagt sich der Schulbuchverlag Cornelsen zum zweiten Mal an eine interessante Mischung aus Spielen und Lernen. Im ersten Teil der 3D- Aufbausimulationsreihe "Genius" - im letzten Jahr unter dem Titel "Unternehmen Physik" erschienen - schlüpfte der Spieler in die Rolle eines Lehrlings, der zum Großindustriellen avanciert. In Teil 2 steigt der Spieler in die Fußstapfen einer engagierten Biologin, die zerstörte Landschaften renaturieren muss.
Zeitpunkt der Spielhandlung: das Jahr 2011. Weltweit sind weite Landschaften der Ausbeutung durch den Menschen zum Opfer gefallen oder wurden von Naturereignissen heimgesucht und verwüstet. Diese Regionen müssen dringend wieder aufgebaut und sorgfältig renaturiert werden. Die komplette Simulation erstreckt sich über vier Kontinente, dabei wächst der Schwierigkeitsgrad von Gebiet zu Gebiet. Begonnen wird jeweils mit einer einfachen Gärtnerei und einem fixen Startkapital der UN. Zunächst gilt es, Mitarbeiter zu motivieren und die nötige infrastrukturelle Grundversorgung zu gewährleisten. Das heißt: Wasserwerke und Windräder müssen gebaut und Wohngebiete mit Verkehrsanbindungen angelegt werden. Erst danach kann für Schulen, Feuerwehren, Biotechnologiezentren, Landwirtschaft und vieles mehr gesorgt werden. Das nötige Know-How erarbeitet sich der Spieler Stück für Stück. Über den PDA, den Personal Digital Assistent, kann er die neusten Informationen aus der Biologie abfragen. Zusätzlich liefern bekannte Universitäten ihre neuesten Forschungsergebnisse via programminterner E-Mail. Richtig kombiniert und weitergedacht bieten diese Informationen eine gute Grundlage zur Lösung der mehr als 100 Aufgaben. Mit jeder gelösten Aufgabe arbeitet sich der Spieler näher an sein Ziel: Die vollständige Renaturierung der Gebiete. Genius Task Force Biologie ist in erster Linie eine gut gelungene Aufbausimulation, bietet aber außerdem einen seriösen Einstieg in die Welt der Biologie.
Cornelsen, für PC, empf. Preis 40 Euro, ab 12 Jahren
Technicus: Ten Hours Left
Beim Lernadventure Technicus: Ten Hours Left von Heureka Klett geht es um Leben und Tod: Auf der Privat-Insel des Marquez do Sol darf Meisterdetektivin Tarja zehn Stunden lang stehlen so viel sie will. Einziger Haken: Wenn sie nach zehn Stunden die Insel nicht wieder verlassen hat, verliert sie ihr Leben. Schwierig wird das Ganze, weil neben den vielen Kisten, die es zu finden gilt, zahlreiche technische Fragen beantwortet werden müssen. Diese Rätsel sind unterschiedlich schwer - doch zum Glück gibt es etliche Nachschlagewerke. So erfährt der Spieler, wie Lichtfelder aktiviert werden oder wie er mit einer Glühbirne einen Leuchtturm funktionstüchtig machen kann. Gelegentlich kann Tarja sich Informationen und Wege mit einem Ring - statt mit ihrem Wissen - erkaufen, die Beute wird dann allerdings entsprechend dürftiger. Ungewohnt, aber reizvoll: Gesteuert wird ausschließlich über die Tastatur. Ein Lernadventure für Technikbegeisterte, die in Stresssituationen erst so richtig erfolgreich werden.
Heureka Klett / BrainGame, für PC und Mac, empf. Preis 10 Euro
Keine Kommentare vorhanden