Politik gegen Kinder ist Politik gegen die Zukunft

"Wer im Kinder- und Jugendbereich kürzt und gleichzeitig immer die Wichtigkeit der frühkindlichen Förderung betont, macht sich unglaubwürdig", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW). "Die jüngsten PISA-Ergebnisse haben einmal mehr gezeigt, wie dringend erforderlich beispielsweise sprachliche Frühförderung ist."

17.05.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Ein frühes Gegensteuern bei sprachlichen und sozialen Problemen ist insbesondere bei Kindern aus bildungsfernen Schichten oder mit Migrationshintergrund wichtig. Wenn bei solchen Problemen nicht rechtzeitig eingegriffen wird, wird die Schule das später nicht mehr in jedem Fall vollständig richten können.

"Die Landesregierung sollte auch nicht einfach darüber hinweggehen, dass sich im Land heftiger Widerstand gegen ihre Kürzungspläne regt. Fast eine halbe Million Unterschriften der Volksinitiative gegen Kürzungen im Jugendbereich und der Widerstand aus den eigenen Reihen der Mehrheitsfraktion sprechen eine deutliche Sprache", so Beckmann weiter.

Kinder in ihren sprachlichen Fähigkeiten so früh und intensiv wie möglich zu fördern, ist das Gebot der Stunde in Zeiten, in denen internationale Studien immer wieder auf die sprachlichen Probleme bei älteren Schülerinnen und Schülern hinweisen. Es ist dann nicht damit getan, bei vierjährigen Sprachprüfungen durchzuführen. Die Sprachentwicklung von Kindern muss auch konsequent begleitet werden. Eine wesentliche Stelle hierfür sind die Kindertagesstätten.

Auch die geplanten Kürzungen im Jugendbereich sind nach Ansicht des VBE kontraproduktiv und widersprechen der wiederholten Ankündigung der Landesregierung, auf eine Entkoppelung des engen Zusammenhangs zwischen Bildungschancen und sozialer Herkunft hinarbeiten zu wollen.

"Gerade Kinder aus bildungsfernen Schichten brauchen nachmittags Anlaufstellen, die professionell organisiert sind", so Beckmann abschließend. " Jugendarbeit ist darüber hinaus ein wichtiges Mittel zur Gewaltprävention. Wer bei der Prävention kürzt, handelt nicht nur bildungs-, sondern auch finanzpolitisch kurzsichtig."


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