Politiker diskutieren Zukunft der Bildung

Die kommunalen Spitzenverbände aus Baden-Württemberg haben sich am 23. Februar im Rahmen der Bildungsmesse didacta getroffen, um über die Zukunft der Bildung im Land zu diskutieren.

23.02.2011 Pressemeldung didacta - die Bildungsmesse

Die rund tausend Teilnehmer von Städtetag Baden-Württemberg, Gemeindetag Baden-Württemberg und Landkreistag Baden-Württemberg trafen sich nach 2008 bereits zum zweiten Mal zu dieser bundesweit beispiellosen Bildungszusammenarbeit und gaben der praktischen Bildungsarbeit im Land neue Anstöße. Die Vertreter aus 95 Städten, Gemeinden, Kreistagen und Partnern der Kommunen veranstalteten in Kooperation mit dem Didacta Verband der Bildungswirtschaft sowie der Messe Stuttgart den gemeinsamen Bildungskongress, der die aktuellen Herausforderungen der Bildung beleuchtete und die gesamtwirtschaftliche Verantwortung beim Thema Bildung unterstrich. In einer spannenden Diskussionsrunde "Schlag auf Schlag" erörterten die Präsidenten der kommunalen Landesverbände mit den Vorsitzenden der Landtagsfraktionen in Baden-Württemberg die Zukunft der Bildung in Baden-Württemberg.

Barbara Bosch, Präsidentin des Städtetages und Oberbürgermeisterin von Reutlingen, eröffnete die Konferenz und begrüßte die Fraktionsvorsitzenden und Mitglieder des Landtags, Oberbürgermeister, Bürgermeister, Landräte, Beiräte, Spitzenvertreter der Kommunen und Bildungsschaffende zum "kommunalpolitischen Mega-Thema Bildung". "Bildungsthemen sind Zukunftsthemen", so Barbara Bosch, und ließ damit keine Zweifel an der Bedeutung der Konferenz. "Bildung ist ein höchst dynamisches Gut, dessen Qualität ständig überprüft werden will", sagte Bosch und stellte die Weichen für den weiteren Verlauf des Kongresses.

"Die Bildungssysteme der Gegenwart befinden sich vor der größten Herausforderung ihrer Geschichte" ist Prof. Wassilios E. Fthenakis, Präsident des Didacta Verbands e.V., überzeugt. Der international renommierte Experte für frühkindliche Bildung erklärte Bildung zur gesamtgesellschaftlichen Verantwortung und bemängelte: "Mit 4,7 Prozent des Bruttoinlandprodukts liegt Deutschland bei den Investitionen in Bildung hinter dem europäischen Durchschnitt." Er sprach zudem die Probleme der Bildungsungerechtigkeit an und verglich unser Bildungssystem mit einem Hochhaus, in dem jeder Architekt ein Stockwerk errichtet habe, aber keiner an die Treppen zwischen den Etagen gedacht habe.

Roger Kehle, Präsident des Gemeindetags Baden-Württembergs, betonte die bildungspolitische Entwicklung in den letzten Jahre bei den Kommunen und stellte unter anderem die positive Entwicklung bei den 189 Bildungshäusern des Landes und den rund 1000 Schulen mit Ganztagesangebot vor: "Wir sind auf einem guten Weg, das Bildungsangebot für Kinder noch bunter, facettenreicher und qualitativ hochwertiger zu machen."

Der baden-württembergische Ministerpräsident Stefan Mappus sagte in seiner Rede die Unterstützung des Landes zu: "Kinder sind das Wertvollste, das wir haben – und unsere Zukunft. Darum sind die Chancen für unsere Kinder wichtig und an der Bildung darf nicht gespart werden." Der Ministerpräsident sagte angesichts der angespannten Finanzlage in den Kommunen Unterstützung zu, zum Beispiel bei der Schülerbeförderung, mehr Stellen in der Kinderbetreuung oder zusätzlichen Mitteln für pädagogische Assistenten an Schulen. "Es geht nicht um Strukturdebatten, sondern um die Verbesserung der Qualität in der Bildung", so Ministerpräsident Mappus.

Dass die Bildungskonferenz mitten im Wahlkampf zu der am 27. März 2011 stattfindenden Landtagswahl stattfand, wurde spätestens in der anschließenden Diskussionsrunde deutlich: Die Vertreter der kommunalen Spitzenverbände stellten bildungspolitische Forderungen der Verbände vor, erörterten mit den Vorsitzenden aller vier Landtagsfraktionen (Peter Hauk MdL, CDU, Dr. Hanns-Ulrich Rülke MdL, FDP/DVP, Claus Schmiedel MdL, SPD, Winfried Kretschmann MdL, Bündnis90/Grünen) den künftigen bildungspolitischen Kurs in Baden-Württemberg und berieten über die weitere Stärkung des Standortfaktors Bildung.

Mehr Informationen, Texte und Pressefotos unter www.didacta-stuttgart.de

Ansprechpartner

didacta - die Bildungsmesse
Web: http://www.didacta-koeln.de/didacta/index-2.php

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