Nordrhein-Westfalen

"Städte treiben Ausbau der Betreuung weiter voran – Anspruch nicht überall erfüllbar"

Die Städte in NRW unternehmen große Anstrengungen beim Ausbau der Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren und wollen diese weiter fortsetzen. Dennoch wird sich der von Bund und Ländern verabschiedete Rechtsanspruch nicht überall rechtzeitig erfüllen lassen. Das machte der Städtetag Nordrhein-Westfalen heute nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes deutlich.

06.11.2012 Pressemeldung Städtetag NRW

Die Bundesstatistik weist für NRW für März 2012 eine durchschnittliche Betreuungsquote von nur 18,1 Prozent bzw. rund 79.000 Plätze aus. Die Landesregierung dagegen argumentiert aufgrund einer anderen Zählweise, es gebe 117.000 Plätze und es fehlten noch 27.000 Plätze bis zu einer Betreuungsquote von 32 Prozent.

Der Geschäftsführer des Städtetages NRW, Dr. Stephan Articus, sagte: "Die Fortschritte der Städte beim Ausbau der Betreuung sind beachtlich. Seit 2006 haben die Kommunen in NRW laut Bundesstatistik die Betreuungsquote von 6,5 Prozent auf 18, 1 Prozent in 2012 gesteigert. Damit wurden innerhalb von 6 Jahren rund 49.000 Plätze neu geschaffen. Gleichzeitig bestätigen sich jedoch die früh vom Städtetag NRW geäußerten Befürchtungen, dass es nicht überall genügend Betreuungsplätze für ein- und zweijährige Kinder bis August 2013 geben wird. Vor allem in einem Teil der Großstädte werden Lücken bleiben, trotz des Hochdrucks, mit dem die Städte am Ausbau der Plätze in Kitas und in der Tagespflege arbeiten."

Die von NRW angestrebte durchschnittliche Versorgungsquote von 32 Prozent für das nächste Kindergartenjahr reiche in vielen großen Städten bei weitem nicht aus. Der Bedarf liege dort häufig viel höher, zum Teil über 40 Prozent, so Articus. Außerdem sei ein erheblicher Mangel an Erzieherinnen und Erziehern zu beklagen und fehle es zunehmend an geeigneten Grundstücken für Neubauten.

"Auch wenn das Land wegen unterschiedlicher Zählweisen für NRW auf einen besseren Ausbaustand verweist als das Statistische Bundesamt, gibt es in Nordrhein-Westfalen noch einen großen Nachholbedarf bei der Betreuung von Kleinkindern. Der Ausbau ist hier von einem deutlich niedrigeren Stand gestartet als in mehreren anderen Ländern", erläuterte Articus.

Erste Ansätze, die Betreuungslücke bis zum Sommer 2013 einigermaßen überschaubar zu halten, hat der Städtetag NRW bereits vorgeschlagen, beispielsweise ein sogenanntes Platzsharing. Bei bestehenden Betreuungsangeboten müsse überprüft werden, inwieweit sie ausge­lastet sind. "Wenn für Kinder nur eine Teilzeit-Betreuung gewünscht wird, dann ist es naheliegend, dass sich auch mehrere Kinder einen Ganztagsplatz teilen", sagte Articus. Der Städtetag NRW werde in Kürze weitere Vorschläge und Forderungen vorlegen, damit Übergangslösungen wegen der fehlenden Plätze rechtzeitig in Angriff genommen werden.

Ansprechpartner

Städtetag NRW

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden