Tönen, Hören, Bewegen, Singen – auf dem Weg zur Lebensfreude
21.09.2011 Artikel
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Singend erreichen wir Kinder unmittelbar. Dies ist eine der zentralen Wahrnehmungen, die Michaela Kronshage voller Begeisterung aus ihrem Arbeits- und Lebenszusammenhang beschreibt und die sie ermuntert, alles ihr mögliche zu unterstützen, damit Menschen sich gesund entwickeln können.
Stimmungen werden bereits zwischen Kindern und Erwachsenen ausgetauscht, ohne das etwas gesprochen wird. Beruhigende verständnisvolle Summlaute, das Tönen, ist Mittler für einen Austausch und die Beziehung zum kleinen Kind. In den Krabbel- und Spielgruppen des Waldorfkindergartens sind aber auch die Sing-Finger-Spiele ein Mittler in der Beziehung zwischen Erwachsenen und Kindern, die nicht nur Aufmerksamkeiten wecken, sondern auch in vielfältiger Weise Hören, Bewegung, Sprechen, Rhythmus unterstützen.
Singen als selbstverständliche Lebensäußerung gehört entsprechend in den Alltag des Zusammenlebens aller Kinder und Mitarbeiterinnen in der Einrichtung in Bochum-Langendreer. Sei es beim Morgenkreis, dem Reigen, dem täglichen Puppenspiel, bei Arbeiten oder z.B. beim Stelzenlaufen oder Seilspringen, um dabei den Rhythmus zu unterstützen. Immer wieder wird gesungen. Singen begleitet Rituale, z.B. in Übergangssituationen (beim Aufräumen, Schlafengehen) und drückt aus, dass sich Kinder wohl fühlen, wenn sie singend erzählen oder vor sich hin summen.
Um den Kindern gerecht zu werden, muss ihre Entwicklung berücksichtigt werden. Sie ist noch nicht abgeschlossen. Dies gilt so auch für ihre Hörfähigkeit, die vor allem in den hohen Frequenzen liegt und, da ihre Stimmbänder, die, ähnlich wie bei "kleinen Orgelpfeifen, kürzer sind, höhere Töne erzeugen. Sie haben auch noch einen anderen Rhythmus und damit eine andere Stimmung. Insofern sich die Beteiligten in der Einrichtung nicht nu in der Tonhöhe auf die Möglichkeiten der Kinder ein, sondern verwenden mit den Begleitinstrumenten Harmonien aus der Pentatonik. Zwar wird beim gemeinsamen Singen mit Eltern eine etwas tiefer Stimmlage gewählt, um Erwachsene leichter einzubeziehen zu können. Vermieden wird jedoch "Erwachsenenmusik", die für Kinder gedacht ist, aber viel zu viele Töne und Text enthält. Es werden auch keine Musik- oder Medienecken eingerichtet, zumal eine umfassende musikalische Förderung nicht über einen CD-Player oder den ständig laufenden Lokalsender zu "vermitteln" ist.
Mit dieser Grundhaltung hat insofern das Singen seinen Platz bei allen Mitarbeiterinnen und damit in der ganzen Einrichtung. Gerne haben sie jedoch dem Projekt "Singende Kindergärten" angeschlossen, mit der "dm-drogerie markt" die Mitarbeiterinnen durch ein Fortbildungsprogramm und die Zusammenarbeit von 5 örtlichen Kindergärten gefördert hat. "Aus dieser Zusammenarbeit haben wir schon viele neue Anregungen, aber auch ganz konkrete Materialen an die Hand bekommen", resümiert Michaela Kronshage die Erfahrungen aus der letzten Zeit.
Für die Zukunft wünscht sie sich, dass auch Eltern viel mutiger ihre Stimme benutzen, und Verständnis für das, was wirklich kindgerecht ist, neu zu entwickeln und wieder verstehen zu lernen. Dies gilt aus ihrer Sicht z.B. für Kindershows, bei denen Kinder zu kleinen Erwachsenen "gemacht" werden. So gelte für das Singen, dass dessen innerer Wert für den Menschen betrachtet und nicht vorrangig als "Leistung" bewertet wird.
In der vom 22.-25.9.2011 in Dortmund stattfinden chor.com ist zu erwarten, dass diese Themenstellung u.a. auch in der Veranstaltung "Musik für die Allerkleinsten" am Donnerstag, 22.9.2011, von 15.00 bis 16.15 Uhr, angesprochen wird.
Weitere Informationen zu der Einrichtung und der Initiative von "dm" sind ausgewiesen.
Weiterführende Links
- chor.com
- Waldorfkindergarten Familienzentrum Wakibola
- dm.initiative Zukunftsmusiker
- dm.initiative Zukunftsmusiker
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