Vorschulische Sprachförderung

"Der VBE begrüßt, dass die Landesregierung die vorschulische Sprachförderung verbessern und damit Kindern mit Migrationshintergrund mehr Bildungschancen eröffnen will", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) anlässlich der heutigen Plenarsitzung des Landtages. " Vorschulische Sprachstandsfeststellung und Sprachförderung sollten aber als Einheit behandelt werden und in den Händen der Kindertageseinrichtungen liegen."

01.06.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Der Schulgesetzentwurf sieht dagegen vor, dass die Sprachtests von Grundschullehrerinnen und –lehrern durchgeführt werden sollen, die Fördermaßnahmen aber von den in den Kindertageseinrichtungen tätigen Erzieher/innen. Diese Trennung der Aufgaben hält der VBE nicht für sinnvoll.

"Die Erzieher/innen in den Kindertagesstätten erleben die Kinder täglich und nicht nur in einer Momentaufnahme", so Beckmann weiter. "Sie können im täglichen Umgang mit den Kindern eher erkennen, wenn ein Kind sprachliche Defizite hat, und konkret mit der Förderung ansetzen."

Darüber hinaus sind vorschulische Bildung und Erziehung originäre Aufgabe der Kindertageseinrichtungen. Deshalb müssten die dort tätigen Erzieher/innen sowohl für die Durchführung von Sprachstandserhebungen als auch die daraus folgenden Fördermaßnahmen gezielt weiterqualifiziert werden.

Die Regierungsfraktionen betonen in ihrem heutigen Antrag, die Förder- und Arbeitsbedingungen in den Kindertageseinrichtungen müssten so verbessert werden, dass Kinder die Sprache im Alltag erwerben können und kurzfristige Sprachfördermaßnahmen überflüssig werden.

"Das sieht der VBE genauso", so Beckmann abschließend. "Angesichts der geplanten Kürzungen im Elementarbereich sehen wir allerdings nicht die Taten, die die Landesregierung dieser Erkenntnis folgen lässt."


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