Wenig Dialog zwischen Eltern und Erzieherinnen
(red/pm) Obwohl Eltern die Beziehung zwischen ihren Kindern und Erzieherinnen durchweg positiv einschätzen, kritisieren viele die mangelnde Kommunikationsbereitschaft der Erzieherinnen ihnen gegenüber. Das ergab eine [Umfrage von ELTERN family](http://www.eltern.de/kindergarten/erziehung/kindergarten-umfrage-2011.html) unter 1.345 Müttern und Vätern.
16.08.2011 Artikel"Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Kindertagesstätte?" lautet der Titel der aktuellen Kita-Studie. "Die Erzieherinnen gehen liebevoll und respektvoll mit den Kindern um", sagen 94 Prozent der befragten Eltern. Für 96 Prozent der Eltern trifft die Aussage "Mein Kind mag die Erzieherinnen" voll und ganz oder überwiegend zu.
Allerdings gibt es offensichtlich Unstimmigkeiten zwischen Erzieherinnen und Eltern. Nur jede dritte Erzieherin ist uneingeschränkt offen für Kritik und Anregungen. Bei etwa jeder Vierten ist das weniger oder gar nicht der Fall. Die Eltern fühlen sich mit ihren Sorgen nicht ernst genommen und respektiert. Dies trifft auf fast jeden fünften Befragten zu. Fast 30 Prozent sind mit der Informationspolitik der Kita und der Einbeziehung bei wichtigen Entscheidungen eher oder sehr unzufrieden.
Nur bei gut der Hälfte der Kitas lag ein schriftliches, pädagogisches Konzept vor. In jeder dritten Kita wird die Entwicklung der Kinder nicht dokumentiert und Gespräche finden nur kurz zwischen Tür und Angel statt, bemängeln die Befragten. Eine mögliche Erklärung könnte die Überlastung der Erzieherinnen sein: Bei fast der Hälfte der Kitas kommt es häufig oder gelegentlich dazu, dass nur eine Betreuungsperson für eine Gruppe da ist. Splittet man die Antworten in neue und alte Bundesländer, schneidet der Osten doppelt so schlecht ab wie der Westen: In jeder dritten Kita ist eine Erzieherin häufig allein.
Gute Noten vergeben die Eltern bei der Ausstattung für kreatives Spiel, der Sprachförderung und einem ansprechenden Außenbereich. Knapp 90 Prozent finden die Ausstattung für Werken, Malen und Verkleiden gut oder sehr gut. 87 Prozent loben die Sprachförderung und 84 Prozent bewerten die Möglichkeiten zum Austoben und Spielen im Außenbereich mit sehr gut und gut. Bei der Betreuung der unter Dreijährigen sind 94 Prozent der Eltern mit der Eingewöhnungszeit zufrieden - das Kind kann sich in eigenem Tempo und in Begleitung der Eltern einleben. Sieben von zehn glauben, dass sich die Erzieherinnen ausreichend Zeit zum Wickeln und Pflegen nehmen. Auch in diesem Punkt schneiden die neuen Bundesländer deutlich schlechter ab.
Bei den Wünschen nach Zusatzangeboten stehen "Naturerlebnisse" und "Instrumente spielen" vor "Ausflügen in die Umgebung" und "naturwissenschaftlichen Experimenten". Die wenigsten Eltern (etwa neun Prozent) wünschen sich, dass ihren Kindern mehr Zeit zum Spielen eingeräumt wird - sicher eine Folge der anhaltenden Bildungsdebatte. Und noch etwas ist Eltern sehr wichtig: eine Qualitätskontrolle der Kitas. 98 Prozent wünschen sich eine regelmäßige Überprüfung - das eindeutigste Ergebnis der gesamten Umfrage.
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