14 Habilitationsstipendien an Wissenschaftlerinnen in Baden-Württemberg vergeben
Die Stipendiatinnen des Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramms 2007 sind ausgewählt. 14 Habilitandinnen der Universitäten Heidelberg, Freiburg, Konstanz, Stuttgart, Tübingen und Ulm haben nun die Möglichkeit, sich im Rahmen einer auf fünf Jahre begrenzten Anstellung an der Hochschule für die Berufung auf eine Professur zu qualifizieren. Die Stipendien verteilen sich zu gleichen Teilen auf die Fachbereiche Mathematik und Natur- sowie Sprach- und Kulturwissenschaften (je 6 Stipendien), dazu kommt je ein Stipendium aus den Sozial- und den Kunstwissenschaften.
30.01.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg"Die Herstellung der Chancengleichheit von Frauen und Männern in der Wissenschaft hat in der baden-württembergischen Hochschulpolitik einen hohen Stellenwert. Wir müssen die Erfolge und Forschungsleistungen von Wissenschaftlerinnen in unserem Land fördern und sichtbar machen", sagte Wissenschaftsminister Frankenberg am 30. Januar in Stuttgart. Den Stipendiatinnen komme eine wichtige Vorbildfunktion für weibliche Studierende und Nachwuchsforscher zu.
Die Landesregierung hat das Margarete von Wrangell-Habilitationsprogramm für Frauen im Jahr 1997 geschaffen, um den Anteil von weiblichem Hochschullehrernachwuchs zu erhöhen. "Von den bis 2002 geförderten 74 Stipendiatinnen haben sich bereits über 70 Prozent habilitiert, die meisten von ihnen arbeiten heute als Professorinnen", zog der Wissenschaftsminister eine positive Zwischenbilanz.
Im Zeitraum von 1997 bis 2005 konnte der Frauenanteil an Universitätsprofessuren im Land von 7,9 Prozent auf 13,3 Prozent gesteigert werden. Hierfür wurden rd. 4,3 Mio. Euro Fördermittel eingesetzt. Frankenberg betonte, das Land dürfe in seinen Anstrengungen nicht nachlassen, um die Repräsentanz weiblicher Wissenschaftlerinnen auf allen Qualifikationsstufen zu erhöhen.
Die Stipendiatinnen wurden unter 40 Bewerberinnen ausgewählt und werden durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden Württemberg, den Europäischen Sozialfonds (ESF) und die Hochschulen in den kommenden Jahren gefördert.
Die befristeten Habilitationsstellen nach TV-L 13 ermöglichen im Gegensatz zur üblichen Stipendienförderung eine vollständige soziale Sicherung. Damit erfüllt das Programm die Maßgaben der 2005 verabschiedeten Europäischen Charta für Forscher, deren Ziel die Setzung besserer Rahmenbedingungen für die Arbeit von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Europa ist.
2007 erfolgte die Ausschreibung des Programms bereits zum fünften Mal. Auf Grund des großen Erfolgs wird das Ausschreibungsverfahren auf jährliche Bewerbungsrunden umgestellt. Die nächste Ausschreibung ist für 1. März geplant.
Margarete von Wrangell, die Namensgeberin des Programms, war die erste ordentliche Professorin in Deutschland. Gegen den z. T. erheblichen Widerstand der Professoren wurde sie 1923 an der Universität Hohenheim (früher: Landwirtschaftliche Akademie) berufen und leitete dort bis zu ihrem Tod 1932 das Institut für Pflanzenernährungslehre.
Weitere Informationen zur Frauenförderung:
mwk.baden-wuerttemberg.de/themen/hochschulen/foerderung_von_
wissenschaftlerinnen_und_wissenschaftlern/frauenfoerderung/
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