Niedersachsen

AG Bologna gibt Impulse: Konstruktive Verbesserungsvorschläge gemeinsam umsetzen

Die Arbeitsgruppe "Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses in Niedersachsen" unter Beteiligung der Landeshochschulkonferenz, der LandesAStenKonferenz, des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur sowie externer Experten stellt heute ihre Ergebnisse vor. Konstituiert wurde sie Ende 2009 und getagt hat sie insgesamt fünfmal. Dabei wurden die Umstellung der Diplom- und Magister- sowie Lehramtsstudiengänge auf die Bachelor-/Master-Struktur analysiert und wichtige Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses an den niedersächsischen Hochschulen gemeinsam erarbeitet.

29.09.2010 Pressemeldung Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

"Studierende und Hochschulen haben gemeinsam mit dem Wissenschaftsministerium an der Verbesserung der Studienbedingungen gearbeitet. Ich wünsche mir, dass diese bundesweit vorbildliche Aktion Schule macht. Niedersachsen ist nicht nur schnell in der Umsetzung des Bologna-Prozesses, sondern gestaltet ihn konstruktiv mit", betont die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Professor Dr. Johanna Wanka, zumal nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz Niedersachsen unter den Ländern mit 96,9 Prozent bereits umgestellter Studiengänge die Spitzenposition belegt.

Neben den internen Herausforderungen müssen sich die Hochschulen aber auch nach außen hin öffnen und die Mobilität untereinander verbessern. "Einerseits ist internationaler Austausch selbstverständlich, andererseits ist leider ein Hochschulwechsel innerhalb eines Bundeslandes nicht immer einfach. Ich erwarte daher von den Hochschulen im Lande, dass sie die Lissabon-Konvention im Sinne einer umfassenden Beweislastumkehr bei der Anerkennung von Studienleistungen angemessen umsetzen und Prüfungsleistungen anerkennen, wenn sie nicht grundlegend unterschiedlich sind", erklärte Professor Wanka. Die Akzeptanz der an anderen Hochschulen erbrachten Studienleistungen müsse daher die Regel und nicht die Ausnahme sein.

Die Arbeitsgruppe empfiehlt, einen deutlichen Schwerpunkt auf die Berücksichtigung studentischer Belange zu legen. Von der Entschlackung überfrachteter Curricula über die Reduzierung der Prüfungs- und Studienleistungen bis hin zu größeren Freiheiten innerhalb eines Studiums werden zentrale Kritikpunkte an der Umstellung auf die Bachelor- und Masterstudiengänge aufgegriffen. "Es ist ein Novum im Bologna-Prozess: Die Vertreter der Studierenden wurden aktiv eingebunden. Wir konnten unsere Anliegen direkt in die Empfehlungen einfließen lassen. Das ist der richtige Weg und ich werde mich jetzt dafür einsetzen, dass diese guten Ansätze an den Hochschulen intensiv diskutiert werden", bilanziert Susanne Peter als Vertreterin der LandesAStenKonferenz zu der Arbeitsgruppe.

Die Empfehlungen der AG bieten den Hochschulen sehr gute Ansatzpunkte für die Überprüfung und Umgestaltung der Studiengänge sowie für die Intensivierung der hochschulinternen Kommunikation. "Die Arbeitsgruppe hat mit ihren Empfehlungen einen großen Schritt zur Verbesserung der studentischen Belange getan. Diese bestärken die Hochschulen in ihrem laufenden Prozess zur Weiterentwicklung der Bologna-Studiengänge und geben konkrete Orientierung für eine adäquate Umsetzung", unterstreicht der Vorsitzende der Landeshochschulkonferenz, Dr. Gerhard Greif, Präsident der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Positiv hervorzuheben sei insbesondere das konstruktive Miteinander aller AG-Mitglieder, welches aus Sicht der Landeshochschulkonferenz durchaus eine Arbeitsform für eine spätere Evaluation der erzielten Ergebnisse sei.

Die Umstellung auf das Bachelor/Master-System sowie seine laufende Weiterentwicklung wird von den Hochschulen geleistet. Deshalb hat das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur die Optimierung der Studienstruktur und -angebote in den Zukunftsvertrag aufgenommen und in der Formulierung explizit auf die Ergebnisse der Arbeitsgruppe Bezug genommen. Zudem werden in den derzeit verhandelten strategischen Zielvereinbarungen im Themenfeld "Weiterentwicklung des Studienangebots und der Studienstruktur" standortbezogene Ziele formuliert. Die Umsetzung wird in den jährlichen Zielerreichungsberichten dokumentiert und nachgehalten. Schließlich unterliegen alle Studienprogramme einer gründlichen Überprüfung im Rahmen der (Re-)Akkreditierung.

"Die heute vorgestellten gemeinsamen Ergebnisse sind eine wesentliche Grundlage dafür, dass die anstehende Umsetzung von allen gleichermaßen mitgetragen und unterstützt wird", so der abschließende Ausblick von Wissenschaftsministerin Wanka.

Hinweis für die Redaktionen:
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe finden Sie auf unserer Homepage unter: www.mwk.niedersachsen.de/live/live.php?navigation_id=6322&article_id=19110&_psmand=19

Die Studie "Statistische Daten zur Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen - Sommersemester 2010" finden Sie im auf der Internetseite der Hochschulrektorenkonferenz unter: www.hrk.de/bologna/de/download/dateien/HRK_StatistikBA_MA_SoSe_2010_finale_mit_Cover(1).pdf.pdf)


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