Rheinland-Pfalz

Ahnen: Der Bachelor ist in der Wirtschaft willkommen

"Die Abschlüsse der neuen Studienstruktur haben im Hinblick auf die Einmündung in die Berufstätigkeit ihren ersten Praxistest bestanden", resümiert Wissenschaftsministerin Doris Ahnen anlässlich eines Pressegesprächs mit dem Präsidenten der Landesvereinigung der Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz (LVU), Dr. Gerhard F. Braun, zur Arbeitsmarktintegration von Bachelor- und Masterabsolventinnen und -absolventen.

04.05.2010 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Die Ergebnisse einer aktuellen Befragung von rheinland-pfälzischen Bachelor- und Masterabsolventen zeigen, dass diese eine hohe Erwerbstätigkeitsquote aufweisen, sie gezielt und schnell einen Job finden und dem Arbeitsmarkt mit deutlich kürzerer Studienzeit zeitnäher zur Verfügung stehen", so Ministerin Ahnen. Diese Tendenz werde auch von bundesweiten Studien untermauert.

Die Befragung der rheinland-pfälzischen Absolventen habe ergeben, dass Bachelor- und Masterabsolventinnen und -absolventen teilweise weniger Bewerbungsanläufe benötigt hätten, als Absolventinnen und Absolventen der traditionellen Studiengänge. 82% der Befragten seien zum Abfragezeitpunkt, also eineinhalb bis zweieinhalb Jahre nach Abschluss ihres Studiums, erwerbstätig gewesen, die Meisten davon in einer unbefristeten Beschäftigung, nämlich 74%. In einer Befragung ein Jahr zuvor lag dieser Wert noch bei 60%. Ein Großteil der nicht erwerbstätigen Befragten befindet sich in einem weiterführenden, meist konsekutiven Studium. Im Schnitt suchten die inzwischen berufstätigen Bachelorabsolventinnen und -absolventen zweieinhalb Monate, die Masterabsolventinnen und -absolventen dreieinhalb Monate nach einem Arbeitsplatz. In der Vorjahresbefragung betrug die mittlere Suchdauer aller Hochschulabsolventinnen und -absolventen fünf Monate.

"Die Rückmeldungen der Absolventinnen und Absolventen bestätigen zudem, dass sich die neue Studienstruktur sehr wohl mit hoher Qualität im Hinblick auf Ergebnisse und erworbene Kompetenzen vereinbaren lässt", erläutert Doris Ahnen weiter. "Ein Großteil der Befragten erfährt sich bei seinem Berufseinstieg als grundsätzlich angemessen qualifiziert. Zudem zeichnen die Befragten ein positives Bild der im Studium erworbenen Kompetenzen", so Ahnen.

Eine Einschätzung, die LVU-Präsident Braun teilt: "Die Absolventen unserer Hochschulen sind gut ausgebildet und werden von den rheinland-pfälzischen Unternehmen gerne aufgenommen. Nicht zuletzt die stärkere Betonung des Praxisbezugs, die mit der Reform der Studiengänge einhergegangen ist, macht die Absolventen für die Wirtschaft besonders interessant. Die rheinland-pfälzischen Unternehmen werden die Hochschulen gerne dabei unterstützen, diesen Weg weiter zu gehen." Er gehe davon aus, so Braun weiter, dass mit der zunehmenden Verbreitung der neuen Abschlüsse auf dem Arbeitsmarkt auch die vereinzelt noch vorhandenen Vorurteile gegenüber den Bachelorabschlüssen verschwinden werden.

Erfreulich sei auch, so Ministerin Ahnen weiter, dass insgesamt eine hohe Studienzufriedenheit bei den Absolventinnen und Absolventen der neuen Studienstruktur festzustellen sei und die Bedeutung eines stärkeren Praxisbezuges zugenommen habe. So gaben mehr als zwei Drittel der befragten Bachelorabsolventinnen und -absolventen an, im Laufe ihres Studiums mit Beispielen aus der Praxis gearbeitet zu haben, 40% der Abschlussarbeiten im Bachelor wurden in Kooperation mit Unternehmen angefertigt.

Dennoch habe die konsequente und zügige Weiterentwicklung des Bologna-Prozesses auch weiterhin Priorität. Verbesserungsbedarf gebe es beispielsweise bei der Schaffung größerer Mobilitätsfenster, um Auslandaufenthalte in das Studium zu integrieren sowie bei der Vermittlung von Schlüsselkompetenzen wie EDV-Fertigkeiten, kommunikativen Fähigkeiten oder Führungs- und Entscheidungsfähigkeit.

"Zu einer ehrlichen Analyse gehört, dass es bei der Umsetzung des Bologna-Prozesses teilweise zu Überreglementierungen gekommen ist. Die Hochschulen des Landes sind derzeit dabei, alle Studienprogramme auf Studierbarkeit zu überprüfen. Dieser Prozess wird durch konkrete Maßnahmen unterstützt, für die Land und Hochschulen zehn Millionen Euro bereitgestellt haben", so Ahnen. Diesen positiven Trend weiter stützend, erweitere das Land außerdem kontinuierlich berufsintegrierende und duale Studienangebote. So seien gerade die dualen Studiengänge "Weinbau und Oenologie" und "Logistik" sowie "Finanzdienstleistungen" an der Fachhochschule Kaiserslautern oder "Betriebswirtschaft Pflege" an der Fachhochschule Koblenz gefördert worden. Außerdem öffne das Land die Hochschulen verstärkt für beruflich Qualifizierte, um noch mehr Menschen für ein Hochschulstudium zu gewinnen. Dieses Ziel werde verstärkt durch die Hochschulgesetznovelle der Landesregierung, die sich derzeit im parlamentarischen Verfahren befindet.

Ministerin Ahnen appellierte auch an die Wirtschaft, den positiven Trend der Berufsintegration von Bachelor- und Masterabsolventen weiterhin zu unterstützen. LVU-Präsident Braun unterstrich dieses Ziel und sagte zu, auch weiterhin bei den rheinland-pfälzischen Unternehmen für den Bachelorabschluss zu werben und damit möglichst vielen Absolventinnen und Absolventen auch in konjunkturell schwierigen Zeiten einen leichten Einstieg in das Berufsleben zu ermöglichen.

"Wenn wir im Land weiterhin eine so positive Entwicklung zu verzeichnen haben, zeigt sich, dass die Reform der Studiengänge in Bezug auf ein ganz wichtiges Ziel, nämlich auf die Deckung des Fachkräftebedarfs, ein richtiger, wichtiger und erfolgreicher Schritt war", so die Bilanz von Wissenschaftsministerin Ahnen und LVU-Präsident Braun.

Absolventenstudie Rheinland-Pfalz

Durchführende:

Hochschulevaluierungsverbund Südwest

Befragte:

Bachelor- und Masterabsolventinnen und -absolventen, Abschlusszeitraum Sommersemester 2007 bis Sommersemester 2008

Zahl der Befragten:

angeschrieben 947 BA-AbsolventInnen, Rücklauf 268 BA-AbsolventInnen. angeschrieben 1.474 MA-AbsolventInnen, Rücklauf 331 MA-AbsolventInnen

Befragungszeitraum:

Oktober 2009 bis Dezember 2009


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