Bachelor und Master bedeuten mehr Chancen für Studierende

Mit dem "Bologna-Prozess", der durch einen Beschluss der EU-Hochschulminister im Jahr 1999 begonnen hat, befindet sich die europäische Hochschullandschaft lauf Wissenschaftsminister Frankenberg "in einem Umbruch, der für die Studierenden einen erheblichen Zuwachs an Bildungs- und Berufschancen bringen wird.

09.01.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Für die Hochschulen bedeuten die gestuften Studiengänge einen Modernisierungsschub, durch den ihre Studienangebote in den kommenden Jahren europaweit besser vergleichbar werden und der Leistungswettbewerb der Hochschulen insgesamt transparenter wird", sagte Prof. Dr. Peter Frankenberg am 9. Januar in Stuttgart.

Die Umstellung auf das neue Studiensystem mit dem Bachelorabschluss (BA) und dem darauf aufbauenden Masterabschluss (MA) läuft laut Frankenberg "recht reibungslos und so zügig wie möglich". An den Hochschulen des Landes gebe es inzwischen schon rund 600 BA/MA-Studiengänge, bundesweit sind es rund 3880. Schon im Wintersemester 2004/5 habe sich etwa jeder sechste Studienanfänger im Land für die neuen Studienangebote entschieden, an den Fachhochschulen etwa jeder dritte - mit weiter zunehmender Tendenz. Zum laufenden Wintersemester wurden an den neun Landesuniversitäten 38 neue BA/MA-Studiengänge eingerichtet, an den Fachhochschulen 86. "Die Universitäten haben im Tempo der Studienreform nun nachgezogen", so Frankenberg. Damit sei die vollständige Einführung der Bachelor-/ Master-Struktur bis 2010 ohne Probleme zu schaffen. Die Berufsakademien wollen die Umstellung vom Diplom- auf den Bachelorabschluss bereits zum Beginn des Studienjahres 2006/2007 abgeschlossen haben.

"Die flächendeckende Einführung der konsekutiven BA/MA-Studiengänge bis zum Jahr 2010 ist eines der besonders wichtigen Ziele der baden-württem-bergischen Hochschulpolitik. Mit Inkrafttreten des Landeshochschulgesetzes Anfang des vergangenen Jahres haben wir die gestufte Studienstruktur als Regelmodell verbindlich eingeführt", führte Frankenberg aus. "Bachelor und Master bedeuten systematisch aufgebaute und zügig studierbare Studiengänge mit klarer Berufsorientierung in allen Fachbereichen. Den Hochschulen wird durch die Umstellung auf die neuen Abschlüsse ein hoher konzeptioneller und organisatorischer Aufwand abverlangt. Diese Reform wird aber - durch kürzere Studienzeiten, international kompatible Abschlüsse und klarere Studienstrukturen - allen Beteiligten Vorteile bringen", betonte der Minister. Mit dem differenzierteren Studienangebot, das bei der Wirtschaft zunehmend großen Anklang finde, hätten die Studienabgänger gute Chancen für den Berufseinstieg.

Die Hochschulen und Berufsakademien befinden sich laut Frankenberg seit einigen Jahren in einem Prozess der Internationalisierung und Modernisierung. Grundlage hierfür sei die Bologna-Erklärung von 1999, mit der die Bildungsminister aus 29 europäischen Ländern die Weichen für die Schaffung eines Europäischen Hochschulraums und die Angleichung ihrer Studiensysteme gestellt haben. "Die von der Kultusministerkonferenz der Länder beschlossene Umstellung der Studiengänge vom Diplom- auf den Bachelor- und Masterabschluss ist ein Paradigmenwechsel. Eine solche grundlegende Reform kann nicht ohne Reibungsverluste ablaufen. Doch die Zukunft der akademischen Ausbildung in Baden-Württemberg gehört eindeutig den Bachelor- und Masterabsolventen."

An den Fachhochschulen im Land gibt es 201 BA- und 164 MA-Studiengänge, an den Universitäten sind dies 129 beziehungsweise 105 BA/MA-Angebote (darunter insgesamt 30 Studiengänge an privaten Hochschulen). (Siehe auch www.mwk.baden-wuerttemberg.de/Studium)


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