BAföG-Ankündigung kann nur erster Schritt sein

Die heute von Bundesbildungsministerin Schavan angekündigte Erhöhung der BAföG-Bedarfssätze um 2% reicht nicht aus. Berlins Bildungssenator Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner: "Es ist gut, dass CDU und FDP die Bedeutung des BAföGs für die Studien-finanzierung entdeckt haben. Es gab Zeiten, da wollten diese Parteien so schnell wie möglich das BAföG abschaffen. Die jetzt beschlossene Erhöhung hat jedoch nur symbolischen Charakter. Für Hoteliers hat diese Koalition mehrere Milliarden Euro übrig, für die Studierenden in unserem Land jedoch nur einige Millionen."

13.01.2010 Pressemeldung Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung

Nach Ansicht des Senators gibt es zwar unterstützenswerte Teile bei den Vorhaben der Bundesministerin, etwa die Möglichkeit eine BAföG-Unterstützung auch für ein späteres Master-Studium, doch insgesamt seien die Aussagen noch zu vage. Es fehlten z.B. konkrete Aussagen, wie das BAföG kompatibel zu einem Teilzeitstudium gemacht werden kann. Wichtig wäre ebenfalls, die Studienabschlussphase finanziell besser abzusichern.

Das von der Bundesregierung geplante Stipendiensystem sieht Berlin kritisch. Der Senator begrüßt es zwar, wenn seitens der Wirtschaft mehr Stipendien finanziert würden, doch sollte die staatliche Studienfinanzierung nicht zersplittert werden. "Das Stipendium darf nicht faktisch zu Lasten des BAföG eingeführt werden. Verbesserungen beim BAföG sind dringlicher, da hier mehr die soziale Durchlässigkeit beim Studium gefördert wird", so Prof. Dr. Zöllner. Die Aussage der Bundesministerin, dass beide Systeme unabhängig von-einander seien, teilt der Senator nicht. Zusätzliche Gelder, die für das neue Stipendium eingeplant werden, könnten auch ins BAföG fließen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden