Antwort

Chancen für Frauen in der Wissenschaft

Die Gleichstellung von Frauen in der Wissenschaft entwickelt sich zwar stetig, aber ohne ausreichende Dynamik.

27.08.2019 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Bundestag
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Das wird aus der Antwort der Bundesregierung (19/12248) auf die Kleine Anfrage von Bündnis 90/Die Grünen (19/11194) deutlich. Mehr Dynamik muss es laut Bundesregierung vor allem im Bereich der deutschen Hochschulen, außeruniversitären Forschungseinrichtungen und in den Ressortforschungseinrichtungen geben. Insbesondere soll nach Ansicht der Bundesregierung bei der Personal- und Organisationsentwicklung der Fokus auf die Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen gerichtet werden.

Das BMBF schafft mit seinen Programmen, Pakten und Initiativen die notwendigen Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der wissenschaftlichen Karriere von Frauen, betont die Bundesregierung. Die Strategie der Bundesregierung zur Erhöhung des Frauenanteils im Wissenschaftssystem sei auf eine nachhaltige strukturelle Veränderung angelegt. Im Rahmen des "Pakt für Forschung und Innovation" hätten sich die Forschungseinrichtungen zu organisationsspezifischen Kaskadenmodellen verpflichtet und berichteten über die Veränderungen der Geschlechterquoten jährlich im Rahmen des Monitorings.
In den kürzlich abgeschlossenen Bund-Länder-Vereinbarungen zur "Exzellenzstrategie", dem "Pakt für Forschung und Innovation IV" und dem "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken" seien Elemente zur Stärkung der Chancengerechtigkeit Enthalten. Mit der dritten Förderphase des Professorinnenprogramms habe die Bundesregierung eine spezifische zielgerichtete Maßnahme zur Erhöhung des Frauenanteils auf allen Qualifikationsstufen bis in die Spitzenpositionen in der Wissenschaft aufgelegt.

Auch bei der Einstellung zusätzlichen Personals an den Hochschulen mit Mitteln aus dem "Hochschulpakt 2020" soll der Anteil von Frauen erhöht werden. Im Vergleich zum Ausgangsjahr 2005 habe sich bis 2017 die Zahl der Frauen am hauptberuflichen wissenschaftlichen und künstlerischen Personal an den Hochschulen in Vollzeitäquivalenten von 29.550 auf 51.695 erhöht. Mit dem "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken", der dem Hochschulpakt ab 2021 nachfolgt, sollen insbesondere dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse an den Hochschulen ausgebaut werden. Die Verwaltungsvereinbarung sieht vor, dass die Länder dabei auf eine geschlechterparitätische Zusammensetzung des Personals hinwirken. In der "Exzellenzstrategie" sei die Förderung und Verbesserung der Chancengleichheit ein zentrales Förderkriterium. Sie werde dementsprechend in jeder Begutachtung in beiden Förderlinien (Exzellenzcluster und Exzellenzuniversitäten) thematisiert und bewertet.

Auch zum Vergleich des Frauenanteils in der Wissenschaft in der Europäischen Union (EU) äußert sich die Bundesregierung in ihrer Antwort. Laut der im Auftrag der Europäischen Kommission seit 2003 alle drei Jahre veröffentlichten Studie "She Figures" sind 33,4 Prozent der Forscher aller Disziplinen in der EU Frauen. Deutschland liege mit einem Frauenanteil von 28,0 Prozent unter dem EU-Durchschnitt (an Hochschulen, in Unternehmen, im Regierungs- sowie im privaten Non-Profit-Sektor). Diese Zahl verdeutliche, dass das Potential von Wissenschaftlerinnen in Deutschland noch nicht in ausreichendem Maße genutzt werde.

Gleichwohl habe der Frauenanteil an den Promotionen in Deutschland und den EU-Mitgliedstaaten seit 2007 weiter zugenommen. Mit einem durchschnittlichen Frauenanteil von 47 Prozent werde auf EU-Ebene eine Geschlechterparität fast erreicht. Deutschland liege mit 45,2 Prozent knapp unter dem EU-Durchschnitt. Dabei zeigten sich deutliche fächerspezifische Unterschiede. In den Fächern der Informations- und Kommunikationstechnologien sowie den Ingenieurwissenschaften seien Frauen in Deutschland weiterhin stark unterrepräsentiert. Der Frauenanteil an den W3-/C4- und vergleichbaren Professuren zwischen 2013 und 2016 ist in Deutschland von 17,3 Prozent auf 19,4 Prozent gestiegen. Damit liegt Deutschland auch hier weiterhin unter dem europäischen Durchschnitt (23,7 Prozent). (hib/ROL)

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