Deutschland-Stipendium hat Akzeptanz- und Umsetzungsprobleme
45 Prozent der Hochschulen erwarten mit der Einführung von Deutschland-Stipendien in Höhe von 300 Euro, die Studierenden zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von privaten Förderern zur Verfügung gestellt werden, ein Aufleben der Stipendien- und Spendenkultur in Deutschland. Fast genau so viel, 43 Prozent, halten dies für wenig wahrscheinlich. Das geht aus einer Online-Umfrage der Universität Hildesheim unter Hochschulen, Unternehmen und Stiftungen hervor, über die die Zeitschrift "Forschung & Lehre" in ihrer Juni-Ausgabe exklusiv berichtet.
31.05.2011 Pressemeldung Deutscher Hochschulverband (DHV)Viele Universitäten betreten mit der Suche nach privaten Geldgebern Neuland: Nahezu zwei Drittel der befragten Hochschulen haben weniger als drei Jahre Erfahrung im "Fundraising", davon 24 Prozent sogar gar keine. Offensichtlich mangelt es aber auch an den finanziellen bzw. kapazitären Voraussetzungen: Zwei Drittel halten den Verwaltungskostenzuschuss des Bundes in Höhe von sieben Prozent der möglichen einzuwerbenden Spendenmittel für unzureichend. Notwendig wären fast der Hälfte der Befragten zufolge 20 bis 30 Prozent.
88 Prozent der befragten Hochschulen beschäftigen einen "Fundraiser", der die Deutschland-Stipendien einwirbt. Externen Sachverstand für die Einwerbung von Stipendien nutzen lediglich knapp zehn Prozent. Mit den Deutschland-Stipendien wollen die Hochschulen vor allem die Leistungsbesten (80 Prozent) unterstützen, sozial benachteiligte Studierende (49 Prozent) oder Studierende mit hohem gesellschaftlichem und sozialem Engagement (50 bzw. 45 Prozent). Um die akademische Förderung attraktiv zu gestalten, bieten gut die Hälfte aller Beteiligten Förderpakete an oder ermöglichen den Spendern eine zumindest beratende Teilnahme an der Auswahl der Stipendiaten.
Die Umfrage unter Unternehmen, insbesondere aus der Region Niedersachsen, und Stiftungen ergab, dass knapp die Hälfte der Befragten das Deutschland-Stipendium gar nicht kennen und etwa ein Drittel nur über dessen Inhalte informiert ist. 54 Prozent der Befragten sehen zudem keine Verbindung zwischen dem Deutschland-Stipendium und dem Fachkräftemangel in Deutschland.
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