Ergebnisse des Bayerischen Absolventenpanels liegen vor: Studium lohnt sich

Als erstes Land legt Bayern die Ergebnisse einer landesweiten, repräsentativen und langfristig angelegten Befragung seiner Hochschulabsolventen vor, die ins Berufsleben starten. Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel und das Bayerische Staatsinstitut für Hochschulplanung und Hochschulforschung stellten am Donnerstag in München die wichtigsten Ergebnisse des ersten "Bayerischen Absolventenpanels" (BAP) vor. Der Minister bezeichnete die Studie als "wertvolle Informationsklammer zwischen den Hochschulen und ihren Absolventen". Die Untersuchung gebe den Hochschulen eine wichtige Rückmeldung zur Ausbildungsqualität und zum Berufserfolg ihrer Absolventen.

26.04.2007 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Studium lohnt sich

Die Studie kommt zu dem Ergebnis, dass sich ein Studium lohnt. Die befragten Hochschulabsolventen beurteilen ihren Berufseinstieg überwiegend als positiv. Mehr als 70 Prozent der Absolventen bescheinigen ihrer ersten regulären Stelle eine hohe inhaltliche Übereinstimmung mit ihrem Studium und über zwei Drittel der Hochschulabsolventen sind mit den Tätigkeitsinhalten ihrer ersten Stelle zufrieden. Über 80 Prozent der Wirtschafts-, Natur- und Ingenieurwissenschaftler würden ihr Fach an ihrer Hochschule weiterempfehlen, bei den Sprach- und Geisteswissenschaften liegt die Empfehlungsquote bei 60 bis 80 Prozent.

Berufseinstieg: Praktika als Übergangsphänomen in einzelnen Fächern

Über 60 Prozent der Ingenieure und Naturwissenschaftler haben innerhalb von drei Monaten nach Abschluss ihres Studiums eine erste reguläre Beschäftigung aufgenommen, nach 12 Monaten sind es 80 Prozent. Bei Absolventen der Sprach- und Kulturwissenschaften sowie der Sozialwissenschaften dauert die Berufseinstiegsphase demgegenüber länger: Nach drei Monaten haben 45 Prozent und nach zwölf Monaten etwa 70 Prozent der Absolventen eine erste Beschäftigung aufgenommen. Bei Absolventen dieser Fächer sind Praktika nach dem Studium, die sonst kaum eine Rolle spielen, in der Berufseinmündungsphase verbreitet. Diese haben allerdings häufig den Charakter einer beruflichen Orientierungsphase und werden vielfach von einer regulären Beschäftigung abgelöst.

Erfolgsfaktoren: Zügiges und gutes Studium, Praxiserfahrung

Erfolgsfaktoren, die zu einem schnellen Übergang in die erste Beschäftigung führen, sind ein zügiges Studium, gute Studienergebnisse und Praxiserfahrung im Studium. Ein Fünftel der Absolventen gelangt über Kontakte aus einem Praktikum oder einer fachnahen studentischen Erwerbstätigkeit an die erste berufliche Beschäftigung. Absolventen, die während des Studiums fachnah erwerbstätig waren, gelangten nach dem Studium schneller an eine erste reguläre Stelle als jene Absolventen, die nicht fachnah erwerbstätig waren.

In der ersten Befragung des BAP wurden 13.200 bayerische Absolventen angeschrieben. Von diesen haben 37 Prozent geantwortet. Dieser im Vergleich zu anderen Absolventenbefragungen hohe Rücklauf lässt präzise Aussagen zu, insbesondere für einzelne Studienfächer und Fächergruppen. Die Themenschwerpunkte der ersten Studie waren Fragen nach

  • dem Beitrag der Hochschule für den Erwerb fachlicher und überfachlicher Kompetenzen,
  • dem Übergang von der Hochschule in den Beruf unter besonderer Berücksichtigung von Praktika und studentischer Erwerbstätigkeit und
  • der Ermittlung von Faktoren für den "frühen" Berufserfolg: berufliche Stellung, Einkommen, Status- und Inhaltsadäquanz der ausgeübten Tätigkeit.

Das BAP ist ein Projekt des Bayerischen Staatsinstituts für Hochschulforschung und Hochschulplanung (IHF) in Zusammenarbeit mit den bayerischen Hochschulen. Es hat zum Ziel, in einer Langzeitstudie in regelmäßigen Abständen Informationen über die Ausbildungsqualität bayerischer Hochschulen und den Berufserfolg bayerischer Hochschulabsolventen zu gewinnen. An dem Projekt sind alle bayerischen Universitäten und staatlichen Fachhochschulen beteiligt. Die Befragungen starteten im November 2005 und werden laufend fortgeführt, was künftig auch den Vergleich verschiedener Absolventenjahrgänge ermöglichen wird.

Eine ausführliche Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse durch das IHF ist dieser Meldung beigefügt.

Am Mittwoch, 2. Mai 2007, 11 bis 17 Uhr, findet in der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Alfons-Goppel-Straße 11, München eine Fachtagung zum Bayerischen Absolventenpanel statt. Nähere Informationen sind im Internet über www.ihf.bayern.de abrufbar.


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