Exzellenz-Wettbewerb: Karlsruhe eine von bundesweit drei Spitzenuniversitäten
"Wir sind zufrieden und auch stolz auf die wissenschaftliche Exzellenz in Baden-Württemberg, die sich nun an den acht bewilligten Projekten und zumal an der Universität Karlsruhe zeigt", kommentierten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Peter Frankenberg am Freitag (13. Oktober) in Stuttgart die Entscheidung im Exzellenz-Wettbewerb des Bundes und der Länder. "Bildung und Forschung an den Hochschulen sind entscheidend für die Zukunftschancen der jungen Generation wie für das Land insgesamt und werden daher in Baden-Württemberg besonders gefördert. Die heutige Entscheidung bestätigt, dass unsere Hochschulen auf dem richtigen Weg sind", erklärte Ministerpräsident Oettinger.
16.10.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-WürttembergMit der Auswahl der Universität Karlsruhe - als einer von nur drei Universitäten in der dritten Förderlinie ("Zukunftskonzepte") - sowie vier bewilligten "Graduiertenschulen" an den Universitäten Freiburg, Heidelberg, Karlsruhe und Mannheim und drei bewilligten "Exzellenz-Clustern" in Konstanz, Heidelberg und Karlsruhe hat Baden-Württemberg nach Frankenbergs Worten "gut abgeschnitten. Acht Bewilligungen für fünf Universitäten aus dem Land - von insgesamt 38 bewilligten Anträgen bundesweit - ergeben eine sehr gute Quote. Unsere Erwartungen wurden weitgehend erfüllt, die Quote aus der Nominierungsrunde Anfang des Jahres konnten wir damit halten."
Wichtiger Schritt auf dem Weg zu internationalen Spitzenuniversitäten
Dabei bildeten gerade die Graduiertenschulen durch die Förderung besonders qualifizierter Nachwuchsforscher einen "zentralen Zukunftsbaustein für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland", unterstrich Frankenberg. Er erwarte, dass auch die Exzellenzcluster wesentlich zu einer weiteren Profilschärfung der Universitäten beitragen. "Dies ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Spitzenuniversitäten im internationalen Maßstab."
Ergebnisse als "Benchmarking" für Weiterentwicklung nutzen
Der Exzellenzwettbewerb bestätige die durchgehend guten Rankingergebnisse der baden-württembergischen Hochschulen in den vergangenen Jahren, so zuletzt das Drittmittel-Ranking der DFG, sagten Ministerpräsident Günther H. Oettinger und Minister Peter Frankenberg. "Angesichts dessen scheinen wir jedoch unser Potenzial nicht ganz ausgeschöpft zu haben und hätten noch besser abschneiden müssen. Verlierer gibt es aber keine - erst nach der zweiten Vergaberunde wird man Bilanz ziehen können." Die jetzigen Gutachterempfehlungen und Ergebnisse sollten im Sinne eines "Benchmarking" für die Weiterentwicklung der Universitätslandschaft genutzt werden.
Baden-Württembergs setzt Einstieg in Vollkostenförderung durch
Ein besonderer Erfolg für Baden-Württemberg ist nach den Worten des Ministers, dass nun bei der Förderung der ausgewählten Projekte auch die notwendige Infrastruktur (Geräte, Räume, z. T. Personal) bzw. die hier entstehenden "Overhead-Kosten" mit berücksichtigt werden. Frankenberg: "Diesen Einstieg in die Vollkostenförderung der Forschung haben wir betrieben, weil der Paradigmenwechsel hin zu einem leistungsorientierten Fördersystem wie in den USA und Großbritannien notwendig ist, um Anschluss an die internationale Spitzenforschung zu erhalten. Sehr wichtig war uns auch, dass der Exzellenzwettbewerb nach einem streng wissenschaftsgeleiteten Auswahlverfahren erfolgte, in dem Anträge von internationalen Gutachtern strikt nach ihrer Qualität und Zukunftsfähigkeit bewertet wurden."
Mit-Finanzierung der Exzellenz-Projekte durch das Land gesichert
Bei der "Exzellenz-Initiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen" geht es um drei Förderlinien. Die Hochschulen konnten
* Graduiertenschulen konzipieren,
* Exzellenzcluster projektieren und
* in einer dritten Förderlinie "Zukunftskonzepte zum projektbezogenen Ausbau der universitären Spitzenforschung" vorlegen. Eine Förderung in dieser Linie setzt die Bewilligung einer Graduiertenschule und eines Exzellenzclusters voraus.
Die Mit-Finanzierung der nun bewilligten Exzellenz-Projekte durch das Land sei gesichert, betonte der Minister. "Für das laufende Jahr sind Mittel in Höhe von 5 Mio. Euro in den Nachtragshaushalt eingestellt worden. Die nötigen Summen für die Folgejahre werden in den Haushalten bereitgestellt." Für die nicht zum Zuge gekommenen Anträge sieht Frankenberg gute Chancen in der zweiten Antragsrunde. Im Januar 2007 wird entschieden, welche Anträge in dieser Runde in die engere Wahl kommen.
Übersicht über die geförderten Projekte
1. Graduiertenschulen
Die Universität Freiburg wird die Schule "Molecular Cell Research in Biology and Medicine – MOBILMED" aufbauen. Dazu sagte Frankenberg: "Mit der Graduiertenschule hat die Universität ihre hohe Expertise in Medizin und Biologie gebündelt. Die Graduiertenschule wird die internationale Sichtbarkeit und die Qualität der Ausbildung in Freiburg weiter erhöhen. Freiburg kann, auch dank der Graduiertenschule, innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Spitzenposition in Europa in der Graduiertenausbildung auf diesem Forschungsfeld erlangen."
An der Universität Heidelberg wird die "Heidelberg Graduate School on Fundamental Physics" entstehen. "Die neue Graduiertenschule im Bereich der Grundlagenphysik wird die bereits sehr starke Position Heidelbergs in Astrophysik, Teilchenphysik und angrenzenden Forschungsgebieten weiter steigern und dabei interdisziplinär arbeiten", erklärte der Wissenschaftsminister.
In Karlsruhe hatte die Universität mit dem Antrag für die "Karlsruhe School of Optics and Photonics" Erfolg. Die Graduiertenschule deckt nach Frankenbergs Einschätzung "ein breites Themenspektrum von der Grundlagenforschung bis zur angewandten Forschung ab. Sie wird die disziplinenübergreifende Zusammenarbeit an der Universität Karlsruhe wesentlich steigern, zu einer noch intensiveren Kooperation zwischen der Universität und ihrem außeruniversitären Umfeld beitragen und das Profil der Universität Karlsruhe als erstklassige ´Technische Hochschule´ stärken."
"Empirical and Quantitative Methods in the Economic and Social Science" lautet der Titel der zukünftigen Graduiertenschule in Mannheim. Frankenberg: "Der Antrag hat durch die außergewöhnliche wissenschaftliche Qualität an den beteiligten Instituten überzeugt. Die Graduiertenschule verspricht, in einem erheblichen Maße und auf innovative Weise zur weiteren wissenschaftlichen Profilierung der Universität Mannheim beizutragen."
2. Exzellenzcluster
In Heidelberg wird der Exzellenzcluster "Cellular Networks: From Molecular Mechanisms to Quantitative Understanding of Complex Functions" entstehen. Frankenberg: "Die Universität hat mit ihrem Antrag auf dem hochkompetitiven Gebiet der Systembiologie die Entscheidungsträger überzeugt, ja beeindruckt. Das Cluster bringt international anerkannte Wissenschaftler in Heidelberg aus verschiedenen Disziplinen zusammen und intensiviert die Zusammenarbeit zwischen der Universität und den hervorragenden außeruniversitären Forschungseinrichtungen (Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, Deutsches Krebsforschungszentrum, EMBL) der Region. Das Cluster wird die Universität Heidelberg bei ihrem Streben nach Exzellenz in der Forschung erheblich unterstützen."
Die Universität Karlsruhe hatte mit ihrem Aufstockungsantrag "DFG-Center for Functional Nanostructures" Erfolg. "Die herausragende Stärke der Universität Karlsruhe in der Nanowissenschaft wird durch die Bewilligung des Antrags untermauert. Das Zukunftskonzept der Universität Karlsruhe hat hier ein starkes Standbein", sagte Frankenberg.
"Kulturelle Grundlagen von Integration" ist der Name des Exzellenzclusters an der Universität Konstanz. Dazu der Minister: "Die Universität hat mit ihrem Antrag zu einer gesellschaftlich und weltpolitisch existenziell wichtigen und wissenschaftlich hochinteressanten Thematik die Entscheidungsträger voll überzeugt. Für die Universität Konstanz ist die Bewilligung dieses Clusters an der Schnittstelle von Sozial- und Geisteswissenschaften ein überragender Erfolg und möglicherweise ein großer Schritt auf dem Weg zu einem Erfolg ihres in der 2. Ausschreibungsrunde eingereichten Antrags in der 3. Förderlinie."
3. Zukunftskonzepte
Zu dem Erfolg von Karlsruhe mit "A Concept for The Future of the Universität Karlsruhe" erklärte Frankenberg: "Der Universität Karlsruhe ist es gelungen, mit einem vor allem auch forschungspolitisch sehr innovativen Konzept die Entscheidungsgremien zu überzeugen. Die Verschmelzung zwischen der Universität und dem Forschungszentrum beinhaltet ein großes Potenzial für eine Stärkung der Forschung und könnte Signalcharakter weit über Karlsruhe hinaus haben."
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