Fachtagung "Schülerinnen forschen - Einblicke in Naturwissenschaften und Technik"

Den hohen Bedarf an Frauen in natur- und ingenieurwissenschaftlichen Berufen betonte der Ministerialdirektor im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Klaus Tappeser anlässlich der Fachtagung "Schülerinnen forschen – Einblicke in Naturwissenschaften und Technik" am 30. Juni in Stuttgart.

30.06.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

"Mit dem Programm ´Schülerinnen forschen´ wollen wir Mädchen für attraktive Karrierechancen im sogenannten MINT-Bereich begeistern und dem Fachkräftemangel frühzeitig begegnen. Wir können nicht auf die Fähigkeiten von gut ausgebildeten jungen Frauen verzichten", sagte Tappeser. Für das Förderprogramm "Schülerinnen forschen" stelle das Ministerium für die Jahre 2008 und 2009 je rund eine Mio. Euro zur Verfügung.

"Wir haben uns entschlossen, bereits Mädchen in den Klassen sieben bis zehn anzusprechen, um sie mit dem vielfältigen Angeboten der Hochschulen insbesondere für das Schulfach Physik zu begeistern. Denn oft werden in der Mittelstufe die Weichen für die spätere Berufswahl gestellt", sagte Tappeser. Deswegen sei es gut, dass die Fachtagung Experten Gelegenheit biete, sich in Fachvorträgen, Foren und Diskussionen über Mädchen und MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) auszutauschen.

Für ein Studium der Ingenieurwissenschaften stelle Physik das Schlüsselfach dar. Jedoch gehe das Interesse der Mädchen an Naturwissenschaften nach Expertenmeinung ab Klasse sieben, also gleichzeitig mit der Einführung des Faches Physik, häufig verloren.

Auf der Fachtagung im Rahmen des Förderprogramms "Schülerinnen forschen" am 30. Juni beschäftigen sich Experten aus dem gesamten Bundesgebiet mit der Frage "Wie können wir Schülerinnen im Alter von 13 bis 16 Jahren für Naturwissenschaften und Technik begeistern". Dabei werden auch Best Practice-Beispiele vorgestellt.

Die Bausteine des Programms Schülerinnen Forschen

  • In Schülerlaboren für Physik und Chemie an den Hochschulen des Landes sollen speziell für Mädchen konzipierte Experimentierkurse angeboten werden. Dozentinnen und Studentinnen leiten die Kurse.
  • In Feriencamps (Baustein II) können Mädchen während der Schulferien in mehrtägigen Veranstaltungen in die Welt der Naturwissenschaften und der Technik eintauchen. Angeboten werden zum Beispiel Experimentierkurse, Orientierungsberatungen, Berufsorientierung und Kontakte zu weiblichen Vorbildern.
  • Damit sich Schülerinnen für ein Studium in den Ingenieur- und Naturwissenschaften entscheiden, sollen innovative gendergerechte Beratungskonzepte (Baustein III) entwickelt werden, die Mädchen mit der entsprechenden Begabung für ein solches Studium motivieren.
  • In einem eigenen Baustein (IV) ist eine wissenschaftliche Begleitung vorgesehen. Es sollen Erkenntnisse gewonnen werden, inwieweit die Maßnahmen die Studienwahl beeinflusst haben. Zudem soll ein Netzwerk aus Hochschulvertreterinnen, Lehrerinnen und Schülerinnen aufgebaut werden.

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