GEW: "And the winner is … der Südwesten"

Bildungsgewerkschaft zur Exzellenzinitiative: viel Geld für Forschung im Südwesten – Massenunis im Nordosten

13.10.2006 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Vor grundlegenden Verschiebungen in der deutschen Hochschullandschaft hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gewarnt. "Während die Hochschulen im Südwesten Forschungsgelder aus Exzellenz-Initiative und Hochschulpakt kassieren, gucken die Hochschulen im Osten und Norden in die Röhre: International konkurrenzfähige Leuchtturm-Unis stehen künftig schlecht finanzierten Hochschulen für die Massenabfertigung von Studierenden gegenüber", sagte die stellvertretende GEW-Vorsitzende Marianne Demmer am Freitag mit Blick auf die Siegeruniversitäten der ersten Runde der Exzellenzinitiative.

"Nicht allein die Leistungen weniger Spitzenkräfte bestimmen die Innovationskraft des Staates. Bund und Länder müssen gemeinsam mehr Gelder als geplant in den Hochschulbereich investieren, um nicht nur in der Spitze zu fördern, sondern auch die Basis zu verbreitern", betonte Demmer. Die Förderung in der Breite beginne bereits in den Kitas und Schulen.

Die Exzellenz-Initiative leiste bei in den nächsten Jahren in die Höhe schnellenden Studierendenzahlen keinen essentiellen Beitrag, die Studien- und wissenschaftlichen Qualifizierungsbedingungen zu verbessern, stellte die GEW-Vize fest. "Mit den rund 40 Graduierten-Schulen beispielsweise werden die Probleme der Doktorandenförderung nicht gelöst", sagte Demmer. "Nach wie vor fehlt ein stimmiges Gesamtkonzept, das Spitzen- und Breitenförderung ausgewogen berücksichtigt und vor allem für eine ausreichende Zahl von Studienplätzen sorgt." In diesem Rahmen könnten dann auch Eliteunis, Graduierten-Schulen und Exzellenz-Cluster einen Platz finden.


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