Hessen

GEW: Geplante Kürzungen in der Lehrerbildung sind nach wie vor inakzeptabel!

Zur heutigen Aktion vor dem Hessischen Kultusministerium, auf der stellvertretend für 1.700 Lehrkräfte mit 1. Staatsexamen ohne Stellenangebot für den Vorbereitungsdienst gut 100 junge Betroffene die gegen sie errichteten "Bildungsbarrieren" der Kultusbürokratie einrissen, erklärt Jochen Nagel, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen:

31.10.2011 Pressemeldung GEW Hessen

"Von wegen, in der Lehrerausbildung wird nicht gekürzt, wie dies die Regierung verlauten lässt. Auch wenn wir durch politischen Druck erreichen konnten, dass ab kommendem Jahr wieder genauso viele Bewerberinnen und Bewerber in den Vorbereitungsdienst eingestellt werden sollen, wie bisher, bleibt es ein Skandal, dass zum Einstellungstermin am 1. November 2011 dennoch 300 Stellen für den Vorbereitungsdienst wegfallen sollen. Auch soll nach wie vor die Ausbildungsqualität durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen von Ausbilderinnen und Ausbildern erheblich vermindert werden. Nichts davon ist hinnehmbar", so Nagel.

"Statt sinnlose Wartezeiten zwischen erster und zweiter Ausbildungsphase zu erzwingen, müssen alle ausgebildeten Lehrkräfte sofort in den Vorbereitungsdienst übernommen werden! Wie sehr dies notwendig ist, zeigt der massive Lehrermangel an Hessens Schulen, der es aller anderslautenden Sonntagsreden zum Trotz nach wie vor unmöglich macht, auch nur flächendeckend die Unterrichtsabdeckung zu gewährleisten."

"Was aber tut die Regierung? Sie feiert ihr Vorhaben, doch ein bisschen weniger kürzen zu wollen, und handelt selbst damit noch unverantwortlich gegenüber der jungen Generation, deren Recht auf gute Bildung auch ohne weitere Kürzungen kaum mehr gewährleistet ist. Als besonders zynisch muss man es in diesem Zusammenhang bezeichnen, dass seitens der Kultusbürokratie mit der Ablehnung zum Vorbereitungsdienst auch gleich das Angebot unterbreitet wird, statt die Ausbildung beenden zu können, doch als Billigkräfte an Schulen zu gehen. Und noch zynischer ist es, dass nun im Schulgesetz festgeschrieben wurde, bei Lehrermangel dürften die Schulen fortan auch auf Leiharbeiterinnen und Leiharbeiter zurückgreifen", so Nagel weiter.

"Das alles lässt nur einen Schluss zu", so Nagel abschließend. "Offenbar weiß die Regierung sehr wohl um den massiven Mangel an ausgebildeten Lehrkräften, setzt aber, statt ihm verantwortungsvoll zu begegnen, auf Deprofessionalisierung und den zunehmenden Einsatz un- oder nicht fertig ausgebildeter Kräfte im Unterricht. Gegen diese Bildungsabbaupolitik werden wir uns weiter zur Wehr setzen", so Nagel anschließend.

Die Landesregierung forderte er erneut auf, alle Haushaltskürzungen im Bildungsbereich umgehend zurückzunehmend und den Haushalt endlich anhand einer Bedarfsanalyse, was für gute Bildung notwendig sei, aufzustellen.

Ansprechpartner

GEW Hessen

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